merken
PLUS Pirna

Königsteins neuer Plan für alten Bahnhof

Die Festungsstadt Königstein wollte das verwaiste Bahnhofsgebäude kaufen. Nachdem die Bahn einen Rückzieher gemacht hat, gibt es nun einen Plan B.

Der alte Bahnhof soll das neue Aushängeschild von Königstein werden.
Der alte Bahnhof soll das neue Aushängeschild von Königstein werden. © Steffen Unger

Königstein. Die Stadt Königstein will ihren Plan, das leer stehende Empfangsgebäude des Bahnhofes mit neuem Leben zu füllen, nicht beerdigen. Die Kommune hatte ab April 2019 über mehrere Monate mit der Deutschen Bahn über einen möglichen Kauf verhandelt. Mit dem Ziel, das denkmalgeschützte Objekt zu sanieren und anschließend neu nutzen zu können. Der Deal schien perfekt - bis der bundeseigene Eisenbahnkonzern überraschend einen Rückzieher machte.

Man wolle doch nicht verkaufen, hieß es von der Deutschen Bahn. Wie Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) erfahren hat, gab es konzernintern eine Grundsatzentscheidung. Diese besagt, dass die Bahn im Oberen Elbtal keine Gebäude mehr verkaufen wird, die näher als zehn Meter an einem Bahnsteig stehen. Das ehemalige Empfangsgebäude in Königstein thront direkt am Bahngleis - und war damit nicht mehr zu haben.

Anzeige
ABBA Tribute Concert
ABBA Tribute Concert

Pop-Ikonen, lebende Legenden, Kultband - ABBA! Alle Fans sind herzlich am 7. August zum enthusiastischen Mitsingen und Mittanzen in den Bürgergarten eingeladen.

Kauf geplatzt, Nachnutzung dennoch erwünscht

Obwohl der Verkauf geplatzt ist, Königstein ist noch immer im Spiel um den alten Bahnhof dabei. Die Bahn wird Eigentümer bleiben. Dennoch stehe einer Nachnutzung durch die Stadt Königstein nichts im Wege, erklärt Ratschef Kummer kürzlich. "Eine Umnutzung ist vonseiten der Bahn weiterhin erwünscht", sagt er. Das will sich die Kommune nicht zweimal sagen lassen. Die Stadt stehe nun bereits mit dem Tourismusverband Sächsische Schweiz und der Nationalparkverwaltung in Kontakt. Mit diesen Partnern an der Hand will Königstein den Bahnhof künftig touristisch nutzen und "zu einer attraktiven Visitenkarte der Stadt machen", wie es Kummer formuliert.

Den nächsten Schritt dahin hat Königstein bereits getan. In den nächsten Monaten soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die sich mit der Umnutzung des Gebäudes beschäftigt. Der Stadtrat hat dem Projekt mehrheitlich zugestimmt. Ein Architekturbüro aus Pirna wird die Studie erstellen.

Wiederaufbau richtet sich nach neuer Nutzung

Mit der Machbarkeitsstudie will Königstein nicht nur abklopfen, wie das Gebäude künftig genutzt werden soll. Es geht zugleich darum, wie das Haus baulich verändert wird. Denn das passiert so oder so. Das hängt mit dem geplanten Ausbau der B172, der Bahnhofstraße, zusammen. Die Bundesstraße soll zwischen dem Kreisverkehr und der Einmündung am Pladerberg auf einer Länge von rund 300 Metern saniert und verbreitert werden. Voraussichtlich 2022 soll das Großprojekt des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr beginnen, deutet Tobias Kummer an.

Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof in Königstein ist wenig einladend. Das will die Stadt ändern.
Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof in Königstein ist wenig einladend. Das will die Stadt ändern. © Steffen Unger

Bevor die eigentliche Fahrbahn saniert wird, muss eine Stützwand im Bereich des Bahnhofs erneuert werden. Um das zu realisieren, brauchen die Bauleute Platz. Diesen bekommen sie, indem das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs teilweise zurückgebaut wird. "Das Haus wird so weit abgerissen, dass vor Ort Baufreiheit für die Stützmauer an der B172 entsteht", erklärt Kummer.

Sind die Bauarbeiten abgeschlossen, soll der Bahnhof wieder aufgebaut werden. Dafür werden teilweise die alten Materialien verwendet. Auch die strengen Vorgaben des Denkmalschutzes müssen beachtet werden. Wie genau das Objekt aussehen wird, dabei soll Königstein ein Wörtchen mitreden können. Auch dafür sei die Machbarkeitsstudie wichtig. Denn nach deren Vorgabe soll der Wiederaufbau erfolgen. "Ohne die Studie wird das Haus genau so aufgebaut, wie es heute ist", sagt Kummer. Das will die Kommune verhindern. Denn mit der jetzigen Raumaufteilung sei das Haus kaum nutzbar.

Mehr zum Thema Pirna