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Gerahmte Aussicht auf die Festung

Oberhalb von Königstein ist mit einem überdimensionalen Landschaftsrahmen ein neuer Besuchermagnet entstanden. Es ist nicht das einzige Fotomotiv, das lockt.

Von Katarina Gust
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Neues Fotomotiv zum Anfassen: Larissa (5), Kim (10) und Laura (10, v.l.) an der "Schönen Aussicht" bei Gohrisch.
Neues Fotomotiv zum Anfassen: Larissa (5), Kim (10) und Laura (10, v.l.) an der "Schönen Aussicht" bei Gohrisch. © Steffen Unger

Die Eifel hat einen, das Dresdner Elbufer auch, die Alpen sowieso: Nun zieht die Sächsische Schweiz nach. An der "Schönen Aussicht" oberhalb von Königstein wurde der erste Landschaftsbilderrahmen in der Nationalparkregion eröffnet.

Dabei handelt es sich um einen überdimensionalen Holzrahmen, der einen neuen Blick auf die gegenüberliegende Festung Königstein, die Elbe und die Festungsstadt möglich macht. Die Idee dazu hatte der Sachsenforst in Zusammenarbeit mit der Stadt Königstein und der Gemeinde Gohrisch. Sie suchten im Frühjahr per Wettbewerb nach Vorschlägen, um die "Schöne Aussicht" noch schöner zu gestalten. An Anregungen mangelte es nicht. Etwa 40 verschiedene Vorschläge wurden eingereicht: Ganz vorn mit dabei war ein Landschaftsbilderrahmen, angelehnt an den berühmten Canalettoblick in Dresden.

Werbeträger für die Nationalparkregion

Anders als am Elbufer unterhalb des Dresdner Bellevue-Hotels, sollte der Rahmen aber nicht aus Metall sein, sondern passend zum Nationalpark aus Holz. In der Lehrwerkstatt des Forstbezirkes Neustadt wurde daraufhin ein 1,60 mal zwei Meter großes Gerüst aus Robinienholz gebaut und vor Ort montiert. Entstanden ist damit ein 3,2 Quadratmeter großes Sichtfeld, das die Festung Königstein in den Fokus nimmt.

"In der Sächsischen Schweiz wird bereits viel für den Tourismus getan", sagte Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) bei der Einweihung. Die Aufenthaltsqualität in der Natur könne mit solchen Projekten deutlich verbessert werden. Nicht zuletzt habe Corona gezeigt, dass es immer mehr Menschen nach draußen zieht. "Der Landschaftsrahmen wird über die sozialen Netzwerke auch ein Werbeträger für die gesamte Region werden", so Kummer.

Darauf hofft auch sein Amtskollege aus Gohrisch. Bürgermeister Christian Naumann (parteilos) konnte sich solch einen Rahmen an der "Schönen Aussicht" anfangs nicht vorstellen. "Als ich die ersten Fotos aus anderen Urlaubsregionen gesehen habe, wusste ich, das gehört genau hier hin", sagt er. Mit dem Ergebnis ist er nun mehr als zufrieden.

Wanderer brauchen etwa 20 Minuten zu Fuß vom Ortskern in Gohrisch zur rund zwei Kilometer entfernten "Schönen Aussicht".
Wanderer brauchen etwa 20 Minuten zu Fuß vom Ortskern in Gohrisch zur rund zwei Kilometer entfernten "Schönen Aussicht". © Googlemaps

Insgesamt rund 10.000 Euro hat der Sachsenforst in die Umgestaltung investiert - nur ein Bruchteil floss in den Holzrahmen. Um den Blick in Richtung Festung zu erweitern wurden zuvor mehrere Bäume entfernt. Alte Holzbänke wurden abgebaut und deren Fundamente beseitigt. Anschließend wurde der Rastplatz befestigt, um neue Sitzmöglichkeiten zu schaffen. Entstanden ist ein großzügiger Picknickplatz mit zwei Tischen und je zwei Bänken aus Lärchenholz, an denen Familien rasten und das Panorama genießen können.

Wer es gemütlicher mag, der kann auf zwei sogenannten Waldsofas die Beine hochlegen. Dabei handelt es sich um überdimensionale und ergonomisch geformte Holzliegen. Diese sind nicht ganz neu in der Sächsischen Schweiz. Eines steht bereits an der Umweltbildungsstätte Sellnitz.

Emma und ihre Mama Irina Kubat testen die neuen Waldsofas an der "Schönen Aussicht".
Emma und ihre Mama Irina Kubat testen die neuen Waldsofas an der "Schönen Aussicht". © Steffen Unger

Die Waldsofas und der Landschaftsrahmen haben sich in den vergangenen Tagen bereits zum begehrten Fotomotiv entwickelt. Einheimische und Ausflügler machen hier Halt und zücken das Handy für den perfekten Schnappschuss.

Ganz fertig ist die neue Aussicht aber noch nicht. Sachsenforst und die zwei Kommunen suchen noch nach einem prägnanten Schriftzug, der den Landschaftsrahmen künftig schmücken soll. Die Botschaft soll für die gesamte Sächsische Schweiz stehen. "Vielleicht initiieren wir noch einen Wettbewerb dazu", äußerte Bürgermeister Kummer, nachdem der erste bereits so erfolgreich war.

Die "Schöne Aussicht" erreichen Wanderer in etwa 20 Minuten zu Fuß von Gohrisch aus. Der Platz liegt etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt. Der Weg dahin ist die Verlängerung der Pladerbergstraße.