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Wie Königstein zum Fluthelfer wurde

Die Festungsstadt kam glimpflich durch das Unwetter-Chaos. Die Feuerwehr war dennoch im Dauereinsatz - um in Orten zu helfen, die es schlimmer getroffen hatte.

Aufräumen im Kirnitzschtal: Einsatzkräfte der Feuerwehr Königstein helfen in Bad Schandau, die Talstraße zu beräumen.
Aufräumen im Kirnitzschtal: Einsatzkräfte der Feuerwehr Königstein helfen in Bad Schandau, die Talstraße zu beräumen. © Daniel Förster

Königstein ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Diese Bilanz kann Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) nach den verheerenden Unwettern ziehen, die am Wochenende in weiten Teilen der Sächsischen Schweiz für Überflutungen und Erdrutsche gesorgt hatten. Knapp sei es gewesen. "An der Biela haben zehn Zentimeter gefehlt und es wäre weitaus schlimmer gekommen", sagt Kummer am Dienstag im Stadtrat.

Die Feuerwehr sei dennoch im Dauereinsatz gewesen. Denn in ihren Räumen wurde am Sonnabend eine ortsübergreifende Notfallzentrale eingerichtet, eine sogenannte ortsfeste Befehlsstelle, die die Einsätze der einzelnen Feuerwehren koordiniert. "Die Befehlsstelle war das erste Mal im Einsatz", sagt Kummer. Zuvor sei der Ablauf immer nur getestet worden. Nun gab es den Ernstfall. Insgesamt zwölf Feuerwehren seien von Königstein aus dirigiert worden. Genau 22 Einsätze wurden abgearbeitet - bis kurz nach Mitternacht am Sonntag.

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Haus in Cunnersdorf evakuiert

Unter anderem waren die Retter in Cunnersdorf bei Gohrisch im Einsatz. Hier musste ein Haus evakuiert werden, das geflutet wurde. Darin lebten pflegebedürftige Menschen. "Sie konnten in das Seniorenzentrum nach Rosenthal-Bielatal gebracht werden", erzählt der Ratschef und ist dankbar für diese schnelle Lösung.

Im benachbarten Bad Schandau, wo das Unwetter deutlich größere Schäden hinterlassen hat, waren die Königsteiner Feuerwehrleute ebenfalls aktiv. Nach einem Gespräch mit Schandaus Bürgermeister Thomas Kunack war schnell klar, dass dort jede helfende Hand gebraucht werde. So eilten die Königsteiner unter anderem ins Kirnitzschtal, um die Talstraße von Geröll und Schlamm zu befreien. "Jeder Königsteiner, der die Fluten 2002 und 2013 miterlebt hat, weiß, wie es hier aussah", sagt Kummer. Wenn der Schlamm einmal da ist, müsse er schnell beseitigt werden, sonst wird er fest wie Beton. Genau dabei hätten die Retter geholfen.

Millionenschaden am Struppenbach

Bevor die große Unwetterfront am Sonnabend heranzog, schrillte in Königstein bereits am Freitag mehrfach der Alarm. Die Feuerwehr musste unter anderem in Naundorf anrücken. Hier hatte es einen Blitzeinschlag gegeben. Von Freitag auf Sonnabend wurden die Einsatzkräfte zudem in Struppen gebraucht. Hier gingen Starkniederschläge nieder. Der Struppenbach, der durch den Ort fließt, hätte die Wassermassen nicht halten können. Die Kraft der reißenden Fluten war so groß, dass die Sohle des Struppenbaches herausgerissen wurde, sagt Kummer.

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"Diesen Schaden schätzen wir auf rund eine Million Euro", rechnet der Bürgermeister vor. Einige Stützmauern wurden in Mitleidenschaft gezogen. Es muss geprüft werden, wie standsicher sie noch sind oder ob sie abzubrechen drohen. Schnelles Handeln sei nun gefragt, um die Schäden zu reparieren, die der Starkregen angerichtet hat. "Wir hoffen auf unbürokratische Hilfen der Politik", sagt Kummer. Die betroffenen Kommunen allein - ob Struppen oder anderswo - könnten das allein nicht schaffen.

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