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Kohlstedt als Kühlhaushotspot

Anruf bei Danilo Kuscher, der als Vereinschef vom Kühlhaus Görlitz zu einem besonderen Konzert einlädt.

© Pawel Sosnowski

Hallo Herr Kuscher, solch’ ein Konzert im Kühlhaus – wird es Ihnen da nicht zu warm?

Ach, wir sind schon eine ganz coole Location, glaube ich. Zur Not machen wir die Heizung aus.

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Okay, andersrum gefragt: Warum spielt Martin Kohlstedt ausgerechnet bei Ihnen da draußen in der Maschinenhalle und nicht lauschig in der Innenstadt?

Er war 2016 schon einmal bei uns. In anderen Städten sind seine Konzerte sehr schnell ausverkauft und so kommen Gäste aus Leipzig und Dresden zu uns, weil es hier noch Karten gibt. Normalerweise könnten wir ihn uns nicht mehr leisten, so erfolgreich wie er jetzt international ist. Doch wir bekamen das Angebot, dass er noch einmal in fünf seiner liebsten Locations in Deutschland auftreten will – und da sind wir eine davon. So etwas macht dann tatsächlich warm ums Herz.

Er kommt genau zwölf Tage vor seinem Kinostart als Filmmusiker mit dem beim jüngsten Filmfest in Cottbus ausgezeichneten Film – war das so geplant?

Nein, das Konzert stand schon länger fest, da wussten wir noch gar nichts vom Film. Ich glaube gar nicht, dass er damals selbst schon wusste, dass der Film es überhaupt ins Kino schafft. Ich denke, er ist jemand, der so etwas macht, weil es aus ihm raus muss. Und sich dann selbst wundert, dass es plötzlich so durch die Decke geht.

Wie passt das Konzert zum Gesamtkonzept und zum Jahresplan?

Zehn Jahre Kühlhaus ändern einiges: Im September wird es ein ganzes Jubiläumswochenende auf dem alten und neuen Gelände geben. Letzteres erschließen wir gerade konzeptionell und baulich. So soll es in den kommenden Jahren ein DDR-Garagen-Hostel geben, einen alternativen Campingplatz, Ateliers, Büros und Produktionsstätten für kreative Gewerbetreibende.

Ihr Kühlhaus ist ja immer noch ein Solitär – warum sollte jeder Lausitzer es mindestens einmal gesehen haben?

Wir schaffen hier einen Begegnungsort, den man sonst nur in Großstädten findet. Inzwischen kippt es sogar ins Gegenteil: Besucher aus Berlin sind völlig begeistert von uns, weil solche Orte dort jetzt kaum noch zu finden sind. Wir erhoffen uns davon natürlich, dass wir junge Leute und starke Akteure hier in die Region ziehen: echt bürgerliches Stadtmarketing quasi.

Gespräch: Andreas Herrmann

7. April, Kühlhaus Görlitz (Am Bahnhof Weinhübel 2): Martin Kohlstedt (Jazzpopkonzert in der Maschinenhalle) 20.30 Uhr.

Diese und weitere Veranstaltungen gibt es im www.sz-veranstaltungskalender.com