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Kommentar: Aufsteller haben überhandgenommen

Marcus Herrmann über die höheren Gebühren für Werbung

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Jeder Händler hat Interesse daran, dass sein Geschäft von möglichst vielen potenziellen Kunden wahrgenommen wird. Werbeaufsteller sind dafür ein bewährtes Mittel – in Meißen wie auch anderswo. Jedoch hat die Anzahl der Aufsteller in der von kleinen Gassen geprägten Innenstadt in den letzten Jahren einfach überhandgenommen. Sie stören Fußgänger mit Gehhilfen, Mütter oder Väter mit Kinderwagen und auch Touristen, die durch die Altstadt flanieren möchten. Ständiges Ausweichen und beschwerliche Umwege lassen keine Freude aufkommen. Außerdem zieht die massenhafte Werbung alle Blicke auf sich. Gelegenheiten, um beispielsweise schöne Gebäude zu betrachten, gehen so verloren. Dass die Stadt zumindest 90 Zentimeter Breite auf den Gehwegen für Fußgänger sicherstellen will, ist ein folgerichtiger Schritt. Denn: Selbst Einheimischen und Gewerbetreibenden gehen reihenweise Aufsteller langsam aber sicher auf die Nerven.

Darum befürworten viele, dass die Gebührenerhöhungen der Stadt für deutlich weniger Werbeständer sorgen dürften – zumal andere Möglichkeiten wie Warenauslagen oder Schmuck vor den Läden durch die Stadt unterstützt werden. Allerdings muss die Verwaltung noch besser – und zwar jeden Händler, nicht nur einzelne Straßensprecher – über Veränderungen in der Gebührenordnung informieren. Wie man zu einer Versechzehnfachung von Kosten für Werbung kommt, das sollte genau erklärt werden. Sonst gibt es unter den Händlern berechtigte Irritationen.