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Kommentar: Aus den Gifttrauben ist nie Wein geworden

Peter Anderson über vorschnelle Schlüsse.

Beim Frühstückskaffee habe ich am Donnerstagmorgen die Nachricht über einen Giftverdacht beim sächsischen Goldriesling gehört. Der Kaffeegenuss war dahin. Gerade der Goldriesling! Wenn ich mich mal zu einem Schoppen hinreißen lasse, dann zu dieser Sorte. Frisch, oft noch ein wenig prickelnd erlebe ich ihn im Glas. Ganz direkt lässt sich der letzte Jahrgang entdecken.

Bei der näheren Recherche zu dem Thema stellt sich heraus, dass es nicht – wie im Radio vermeldet – um Gift im Wein geht. Vielmehr sind bereits im Spätsommer vergangenen Jahres Spuren eines Insektengifts im Beerenmost gefunden worden. Dieser wurde anschließend sofort aus dem Verkehr gezogen. Keine Gefahr also für den fröhlichen Zecher. Niemand muss Angst haben, dass seine Kopfschmerzen vom Insektizid Dimethoat herrühren.

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Vom Radio hat die Nachricht unterdessen den Sprung ins Internet geschafft. Dort zeigt sich, wie verheerend voreilige Schlüsse wirken können. Weingüter wie Rothes Gut in Meißen sehen sich genötigt klarzustellen, dass ihr Wein nicht betroffen ist. Einige Kommentatoren haben die Berichte offenbar nur oberflächlich gelesen. Sie schreiben bereits von Meißner „Giftplörre“. Sie – liebe Leser – wissen es jetzt allerdings besser. Und ich genehmige mir heute Abend meinen Schoppen Goldriesling.