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Kommentar: Betriebsrat braucht eine neue Lobby

Anja Beutler über die Wahlen bei Birkenstock

Anja Beutler

Dass da Dampf auf dem Birkenstock-Kessel ist, war vor einem Jahr nicht zu übersehen und zu überhören. Nach den Berichten in der SZ über die Unzufriedenheit der Mitarbeiter und die Reaktion der Unternehmensleitung zu den Vorwürfen, machten einige Mitarbeiter auch per E-Mail ihrem Unmut Luft. Sie fühlten sich buchstäblich mit den Latschen getreten, die sei selbst produzieren. Wertschätzung und Gerechtigkeit beim Verdienst – vor allem auch im Vergleich mit den Standorten in den Altbundesländern – spielten eine entscheidende Rolle. Die Umstrukturierungen, der größere Leistungsdruck und die neue Arbeitsorganisation brachten dann schließlich einiges in Gang.

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Gras ist nach einem Jahr über diese Sache nicht gewachsen, aber die Mitarbeiter haben inzwischen Mut gefasst, ihre eigenen Rechte einzufordern. Es steht ihnen zu, einen Betriebsrat und damit eine Interessenvertretung zu haben. Das muss man wohl gerade in Sachsen immer wieder betonen. Denn eine Analyse zeigte unlängst, dass Sachsen Schlusslicht ist, wenn es darum geht, ob es Betriebsräte in den Unternehmen gibt. Das werden sich Unternehmen mit Blick auf die Arbeits- und Fachkräftesituation nicht mehr leisten können. Auch in strukturschwachen Regionen nicht.