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Kommentar: Brücken-Tiefschlag ist zu verkraften

Peter Hilbert über die längere Brückensperrung

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© Wolfgang Wittchen

Es gibt keine Baustelle, auf der bis zum letzten Punkt alles rundläuft. An der Albertbrücke haben die Bauleute jedoch bisher sichtbar gute Arbeit geleistet. Für die Dresdner ist es ein Glück, dass die Männer ein gutes Tempo vorlegen, um die 138 Jahre alte Elbquerung zu sanieren. Das war längst überfällig. Allerdings gibt es jetzt eine erste Verzögerung, sodass der Verkehr in die Neustadt bis zu drei Monate später rollen kann. Sicher ist das ein Tiefschlag für manche Kraftfahrer, aber auch die lärmgeplagten Anwohner der Umleitungsstrecken. Wenn der Endtermin im Frühjahr 2016 dennoch gehalten werden kann, ist das jedoch zu verkraften. Bei der benachbarten Waldschlößchenbrücke gab es jahrelangen Bauverzug. Das sollte kein Beispiel sein.

Etwas putzig wirkt es da schon, dass FDP-Chef Holger Zastrow sofort reagiert und auf die längst beerdigte Sanierungsvariante verweist. Mit der hat seine Partei die Brücken-Instandsetzung erheblich verzögert. Die sollte bereits im September 2013 und so fast ein Dreivierteljahr früher beginnen. Doch das hatte die FDP mit Schützenhilfe ihres damaligen Verkehrsministers Sven Morlok verhindert. Gefordert wurde freie Fahrt für freie Autofahrer – auch während der Sanierung. Koste es, was es wolle. Denn die viel kompliziertere Variante hätte 3,3 Millionen Euro mehr gekostet. Doch die wollte Parteifreund Morlok locker aus dem Steuersäckel zaubern mit Verweis darauf, dass die Stadt sogar sparen könne. Der folgende Streit hat nur eins gebracht: einen späteren Baustart. Wenn die Brücke pünktlich fertig wird, wäre das ein Triumph der Vernunft und des Könnens der Bauleute.