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Kommentar: Da möchte man selbst Biber sein

Frank-Uwe Michel über den Umgang mit dem gefräßigen Nager

Stellen Sie sich mal vor, Ihr Nachbar würde sich auf Ihrem Grundstück breit machen. Sein abgemähtes Gras zu einem Haufen auftürmen, dazu noch Baumverschnitt, Küchenreste und sonstigen Abfall. Anstatt sich aufzuplustern und ihn zur Beseitigung des Malheurs aufzufordern, halten Sie jedoch die Füße still. Nur nicht aufregen. Nicht poltern und ja nicht selbst Hand an den Abfallberg legen. Eine Zumutung, finden Sie? Wie gut es da rings um Rothenburg doch den Bibern geht. Zu umfangreich geratene Dämme werden im Auftrag der Stadt vorsichtig um ein paar Stämme verkleinert. Mit Bedacht, um die geschützten Nager ja nicht zu stören. Wasser, das sich sonst auf den umliegenden Feldern stauen würde, wird flugs um den Biberdamm herumgeleitet. Eine Investition, von der der possierliche Kerl nicht einmal etwas mitkriegt. Und wenn – ob er sie zu schätzen weiß? Wie dem auch sei: Biber sind auch hierzulande streng geschützt, obwohl sie – wie man im Rothenburger Rathaus erzählt – schon seit Jahren keinesfalls mehr selten sind. Wichtig ist wohl, das richtige Maß im Artenschutz zu finden. Ihn von dort wegzusiedeln, wo er tatsächlich Schaden macht und ihm dort eine neue Heimat zu geben, wo er sich mit seinen Dämmen nach Herzenslust ausbreiten kann.

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