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Kommentar: Das Maß ist voll

Tino Meyer über die Strafe gegen Dynamo Dresden

Das Urteil mag für Dynamo Dresden hart sein, härter aber ist die Begründung. Keine positive Zukunftsprognose! Das sagt der Richter und schmettert die von den Dynamo-Verantwortlichen angestrebte Bewährungsverlängerung ab. Die Sperre des K-Blocks sei jetzt unverzichtbar und unumgänglich.

Angesichts der zahlreichen Bemühungen des Vereins, der zwei anstelle nur eines vorgeschriebenen hauptamtlichen Fanbetreuers beschäftigt, der sich gegen Rassismus engagiert und darüber hinaus mit verschiedenen Projekten sozial benachteiligten Menschen hilft, klingt das wie Hohn. Noch schlimmer fühlt es sich für diejenigen an, die hinter den Initiativen stecken, die aus Überzeugung gegen das Negativ-Image arbeiten. Doch der Richter hat ja recht.

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Nach jedem Dynamo-Spiel gibt es einen neuen Vorfall zu vermelden. Dass diese lakonische Einschätzung bei fünf Vergehen in den bisherigen zwölf Ligapartien reichlich überzogen ist, fällt da kaum noch ins Gewicht. Sachlich festzustellen bleibt: Bei Spielen mit Dresdner Beteiligung fallen Zuschauer immer wieder negativ auf – und wohl tatsächlich auch öfter als andere. Der Flaschenwurf gegen Aue, ein brennender Schal in Kaiserslautern, Fackeln während der zweifellos beeindruckenden Choreografie vorm Spiel gegen Stuttgart, Rauchbomben in Heidenheim und zuletzt ein euphorisierter Flitzer nach dem furiosen Heimsieg gegen Spitzenreiter Braunschweig – irgendwas ist halt immer. Vom Pokalspiel gegen RB Leipzig mit gleich vier verschiedenen Fällen unsportlichen Verhaltens ganz zu schweigen.

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Dass der Verein in Berufung gehen wird gegen das harte, aber vertretbare Urteil, ist sein gutes Recht. Das bessere Zeichen nach innen und außen wäre aber, die Strafe nicht nur hinzunehmen, sondern wirklich auch anzuerkennen.