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Kommentar: Das muss jetzt beendet werden

Catharina Karlshaus über die Kostenexplosion des Zabeltitzer Palais.

Ohne Zweifel: Diese Summe hat etwas. Satte 1,1 Millionen Euro soll nun unterm Strich die Sanierung und Umgestaltung des Zabeltitzer Palais kosten. Ein Paukenschlag, besonders, wenn man sich daran erinnert, mit ersten Kostenschätzungen von maximal 400 000 Euro im Jahre 2012 gestartet zu sein.

Allerdings: Auch wenn immer bewusst als Minimalvariante deklariert, beginnt doch schon dort, was am Mittwochabend mit einem finanziellen Nachtrag für den Stadtrat endete. Jeder private Bauherr, der sich einmal an die Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses heranwagte, wird wissen, dass in den historischen Mauern zuweilen mehr schlummern kann, als für das eigentliche Budget gut ist. Erst recht vielleicht für eines, was so wie auch im Falle des Zabeltitzer Anwesens zu einem niedrigen Kaufpreis erworben wurde. Zur Erinnerung: Die Stadt zahlte damals nur 200 000 Euro.

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Für all das, was nun zwischenzeitlich im Gemäuer zum Vorschein kam, nur die Verwaltung abzuwatschen, wäre einfach und sicherlich nicht ganz fair. In den vergangenen Jahren hat sich Großenhain zu einer ansprechenden Stadt gemausert. Es wurde saniert, modernisiert und neu gebaut, was Stadtsäckel und Fördertöpfe hergaben. Große Projekte wie das Schloss und das Naturerlebnisbad wurden zu Aushängeschildern. Insofern ist es umso unverständlicher, dass das Dilemma ausgerechnet beim Palais Zabeltitz nicht schon früher bemerkt worden sein soll.

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Nun, es darf unterstellt werden, dass fähige Köpfe wie Stadtbaudirektor Tilo Hönicke durchaus diesen Weitblick besitzen. Aber eines ist auch klar: Bei aller berechtigten Kritik muss die Sanierung beendet werden. Auch wenn sie mehr kostet, als sich die Röderstadt angesichts ihres Etats eigentlich leisten kann.