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Kommentar: Das Wetter macht eben, was es will

Matthias Klaus über den Nicht-Winter in der Oberlausitz

Das waren noch Zeiten. „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?“, fragte sich einst Rudi Carrell. 1975 war das. Im Mai kam das Lied damals raus, der Sommer war dann, wer sich erinnert, doch recht gut. Heute könnte man singen: Wann wird‘s mal wieder richtig Winter? Das dritte Jahr in Folge erlebt die Oberlausitz eine relativ milde, kalte Jahreszeit. Sind das nun die Auswirkungen des viel beschworenen Klimawandels? Man könnte es zumindest vermuten. Nein. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten bereits aufeinanderfolgende Jahre, in denen die Temperaturen über denen des „gefühlten“ Winters lagen, es gab kaum oder wenig Schnee in der Oberlausitz und Niederschlesien.

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Die Natur lässt sich zudem nicht in von Menschen ausgedachten Monaten, Jahren und Tagen messen. Sie „denkt“ in viel größeren Zeitabständen, in Jahrhunderten, Jahrtausenden, Jahrzehntausenden und noch viel weiter. Nur weil drei Jahre hintereinander der Winter – bisher zumindest – mehr oder weniger ins Wasser fiel, müssen wir uns wohl noch keine Sorgen machen. In der kommenden kalten Jahreszeit 2018/19 kann es schon wieder ganz anders aussehen. Wenn wir dann bei zehn, zwanzig Grad minus bibbern, fragen wir uns wahrscheinlich: Sind das jetzt die Anzeichen für die nächste Eiszeit? Auch Quatsch.