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Kommentar: Der Kuchen wird kleiner

Alexander Kempf über die Förderung von Sportvereinen

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In Niesky wird gerne und viel übereinander geredet. Der Fußballverein Eintracht und die Stadtverwaltung zeigen, dass man deutlich mehr erreicht, wenn man miteinander redet. Die Stadträte hätten den Fußballern wohl kaum mehr Geld gewährt, wenn diese ihr finanzielles Dilemma nicht dargelegt hätten. Die Sportler konnten bei den Verhandlungen eigentlich nur gewinnen. Die 2000 Euro zusätzlich mögen kein Hauptgewinn sein, aber sie helfen doch deutlich.

Die Stadt steckt in der schwierigeren Verhandlungsposition. Selbstredend will sie das Vereinsleben fördern, gerade wenn sich ein Verein wie die Eintracht sehr um die Jugendarbeit bemüht. Dazu hat sie sich vertraglich auch verpflichtet. Doch gibt es in Niesky zugleich eine Reihe anderer Vereine, die sich ebenfalls über finanzielle Unterstützung freuen würden. Ist der zu verteilende Kuchen klein, kann es schnell Futterneid geben.

Gerne wird daher darauf verwiesen, dass der Kunstrasenplatz nicht nur den Fußballern, sondern auch den Hockeyspielern nutzt. Das ist vollkommen richtig. Zudem steht es anderen frei, das Gelände zu mieten. Doch nüchtern betrachtet stellt der Platz für viele andere Vereine eben keinen wirklichen Mehrwert dar.

Innerhalb von nicht mal zehn Jahren sind die Zuschüsse für den Erhalt der Sportstätte um fast 50 Prozent in die Höhe geschossen. Steigen die Kosten weiter, dürfte auch die Skepsis lauter werden. Schon vor Jahren kam die Forderungen auf, das Flutlicht für den Kunstrasenplatz seltener zu nutzen und so Geld einzusparen. Dieser Vorschlag ist nicht gerne gehört worden, aber bis heute legitim. Eine schrumpfende Stadt, die mit dem neuen Eisstadion gerade eine weitere moderne Sportstätte Wirklichkeit werden lässt, sollte nicht über ihre Verhältnisse leben.

Mit dem Zugeständnis an die Fußballer hat Niesky guten Willen und Augenmaß bewiesen. Das darf die Stadt nun auch von dem Verein erwarten.