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Kommentar: Die Kunst der Politik

Sven Siebert über den Streit in der Pegida-Bewegung

Pegida zeigt im Kleinen, was viele der Anhänger des Protestclubs der „großen Politik“ vorwerfen. Dass es nämlich nicht so einfach ist, gemeinsame Haltungen oder Lösungen für Probleme zu finden. Das gilt für zehn Pegidisten, noch mehr gilt es für 80 Millionen Bürger eines Landes.

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Es ist oft unendlich schwierig, Kompromisse zu finden und Entscheidungen herbeizuführen, die die Interessen möglichst vieler berücksichtigen. So ist es bei Fragen der Einwanderung ebenso wie beim Rentenrecht, dem Straßenbau oder der Gesundheitsversorgung. Politik ist kompliziert – auch, wenn man behauptet, alles sei sonnenklar und einfach, es spreche nur niemand „die Wahrheit“ aus.

Der kleine Verein, der so viele Menschen mobilisieren konnte, ist gespalten. Nun ruft man getrennt zu Demonstrationen auf, und die Anhänger, die sich wochenlang als einig’ Volk fühlten, müssen sich nun entscheiden, ob sie zum Bachmann- oder doch eher zum Oertel-Volk gehören wollen. Oder ob sie montagsabends lieber zu Hause bleiben.

Die Einigkeit von Pegida war eine Einigkeit in der Unzufriedenheit. In der Sekunde, in der man sich aber von der dumpfen Ausländer-raus-Ebene löst und andere Argumente wahrnimmt, wird es anstrengend. Pegida hat sehr viele hohle Phrasen unter die Leute gebracht. Viele konnten diese Leerräume mit ihrem Frust oder ihren Ängsten füllen. Wer aber konkrete Antworten sucht, muss sich die Mühe machen, mit anderen zu reden.

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