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Kommentar: Endlich etwas für die Bildung tun

Catharina Karlshaus über den schwierigen Schulstart.

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So verdammt eng war es lange nicht! Der Start ins neue Schuljahr verlief in Sachsen selten so angespannt wie dieses Mal. Denn die Not an Pädagogen für Grund-, Ober- und Förderschulen ist groß. Auch im Großenhainer Land. Es fehlen ausgebildete Fachkräfte und willige Seiteneinsteiger, die Grundlagen für die Ausübung eines verantwortungsvollen Lehrerberufs mitbringen. Fazit: An vielen Schulen gibt es auch am Tag zwei des begonnenen Schuljahres noch keinen Stundenplan, können nicht alle Nebenfächer unterrichtet werden und müssen längerfristige Einschnitte im Bereich der Bildung in Kauf genommen werden.

Ein Problem, das indes seit Jahren wie eine Lawine auf den Freistaat zurollt. Und was tut sich? Nichts! Absolut nichts! Trotz wachsendem Durchschnittsalter in den Lehrerzimmern, stetiger Unzufriedenheit unter jungen Kollegen, die mit einem weinenden Auge gen Westen zu ihren höher bezahlten, verbeamteten Mitstreitern schielen. „Sachsen kann sich mit seinen Konditionen bei der Lehrersuche im Bund ganz hinten anstellen“, sagte kürzlich Ursula-Marlen Kruse, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Und das, obgleich Sachsen mit den höchsten Einstellungsbedarf habe.

Der Beruf bedarf im Freistaat endlich einer Aufwertung. Jetzt und nicht erst Morgen! Denn jetzt sitzen Schüler in den Klassenzimmern und warten auf qualifizierte Lehrer. In einem Bundesland, das sich doch so gern mit seinem Anspruch an Bildung schmückt.