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Kommentar: Essenversorger in der Krise

Steffen Gerhardt über die Schließung von Schulküchen

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Auf den Schlag schließen zum Jahresende gleich drei Küchen: die beiden in den Schulen von Mücka und Klitten und die im Boxberger Gewerbegebiet. Die Gründe sind vielschichtig, aber einer steht bei allen dreien oben an: die Wirtschaftlichkeit. Nicht nur die Köchinnen in den drei genannten Küchen vollziehen jeden Tag den Spagat zwischen preiswerten und schmackhaften Essen. Und dieser wird immer größer, weil auch die Ansprüche der Kunden steigen. Heute ein Essen unter vier Euro anzubieten, ist für sie kaum noch möglich. Denn im Gegensatz zu manchem Versorger in großen Städten kommen bei den hiesigen noch die weiten Strecken auf dem dünn besiedelten Land hinzu. Ilona Medack hätte gern mehr Bürger und Einrichtungen versorgt, aber das packt sie logistisch nicht. Und wenn, dann nur unter Mehrkosten, die sie nicht einfach auf den Essenspreis umlegen kann und will, denn da springen ihr die Kunden ab. Sind die kleinen Küchen in der Krise? Es scheint so. Die Einnahmen decken gerade so die Betriebskosten. Da bleibt kaum Geld, um in die Einrichtung zu investieren. Ilona Medack kocht noch mit stromfressenden Geräten aus der DDR-Zeit. Genauso wie in Mücka müsste auch die Klittener Küche von Grund auf saniert werden. Aber das liegt in Hoheit der Gemeinden, denen die Schulhäuser gehören – und denen dafür das Geld fehlt.