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Kommentar: Fahrzeugdiebstahl bleibt grenzenlos

Ralph Schermann über das Dilemma des täglichen Autoklaus

Ein Bekannter behauptete mal, es gäbe nur ein einziges Mittel gegen Autoklau: Radfahren. Eine Woche später zeigte er den Diebstahl seines Fahrrades an.

So sind die Klischees. Ein anderes lautet: Zu absolut hilfreichen Gegenmitteln würde die Wiedereinführung der Grenzkontrollen zählen. Das kann stimmen. Für Gera zum Beispiel, Dresden oder Niederkaltenkirchen. Für Görlitz weniger. Denn hier ist die Grenze zu nah. Ehe der Bestohlene die Lücke auf dem Parkplatz merkt, ist sein edles Blech längst jenseits der Neiße. Wirklich helfen kann da nur eine ernsthaft enge polizeiliche Zusammenarbeit Deutschlands und Polens.

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Die französische Marke lag lange beim Autoklau in Görlitz auf hinteren Plätzen. Plötzlich scheint sie begehrt zu sein.

Manchmal verblüfft zudem ein Blick zurück. 1997 zum Beispiel, also in Zeiten pausenloser Grenzabfertigung, wurden in Sachsen 3 954 Autos geklaut. 2014 waren es 1 499. Dass nun auch zunehmend die Marke Renault darunter ist, sehen Hersteller im Scherz sogar positiv: Geklaut wird ja nur, was gut und wertvoll ist. Die negative Seite wäre indes, wenn das nicht als Kaufempfehlung, sondern als Warnung dient, sich doch lieber nach einer anderen Marke umzusehen. Dabei scheint es schon lange, dass allen Herstellern der Klau nicht ganz unrecht ist. Sonst würden mehr Sicherungsmaßnahmen gleich ab Werk zu haben sein. Denn wenn Diebe ein Auto oder wertvolle Teile in Sekundenschnelle zu stehlen verstehen, muss man sich schon fragen, ob das technisch im Land der Autoriesen wirklich nicht besser geht. Aber dann würde die Neuanschaffung nach einem Autoklau nicht mehr über Versicherungen und damit alle Prämienzahler mitfinanziert.