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Kommentar: Filmtafeln vor Kulissen und ’ne App fürs Handy

Daniela Pfeiffer über die Vermarktung von Görlitz als Filmstadt

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Die Pfunde, mit denen Görlitz als Filmstadt wuchern kann, werden immer mehr. Schon einige Filme, die hier gedreht wurden, haben Oscars abgeräumt. Jetzt ein Preis als bester Drehort des Jahrzehnts. In der Filmbranche müssen sich die Görlitzer Qualitäten vermutlich nicht mehr herumsprechen. Beim Tourismus aber wuchert die Stadt noch nicht genug mit ihren Pfunden. Jedes Jahr mindestens zwei, drei Produktionen, hin und wieder Hollywood dabei. Welche andere Stadt dieser Größenordnung hat das schon in Deutschland. Doch wer als Auswärtiger ohne Stadtführer durch Görlitz läuft, bleibt ahnungslos. Vom Kaufhaus als „Grand Budapest Hotel“-Kulisse mag man gehört haben. Aber es gibt mittlerweile Hunderte weitere Drehorte. Warum nicht kleine Tafeln davor aufstellen – mit Szenenfotos und Angaben zum Film? Oder Touristen eine Broschüre in die Hand drücken, mit der sie die Stadt filmisch erkunden können, vielleicht sogar eine App fürs Handy, die zu Drehorten leitet. Für solche Dinge würden sich sicher auch Einheimische interessieren, denn die Masse der hier entstandenen Filme ist schwer fassbar. Kaum einer hat noch parat, was wann wo gedreht wurde.

Görliwood-Zug und Tassen sind gute Anfänge. Selbst der Begriff an sich ist ein super Marketinginstrument geworden – auch wenn mancher Görliwood immer noch albern findet. Die Euphorie um den Drehort-Preis sollte jedenfalls genutzt werden, um die Filmstadt endlich gebührend zu vermarkten.