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Kommentar: Im Interesse der Bürger entscheiden

Steffen Gerhardt über das Ödernitzer Problem mit dem Bus

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Ödernitz ist arm dran. So nach und nach sind alle öffentlichen Einrichtungen, die die Infrastruktur eines Ortes ausmachen, verschwunden. Und nun hat man den Ödernitzern auch noch den Schulbus genommen, der Oberschüler und Gymnasiasten nach Niesky fährt. Ein Umstieg in den fast zeitgleich fahrenden Linienbus ist zwar das Problem nicht, aber die Stelle, an der er hält. Auch ich als Vater würde mir Sorgen machen, meinen Sohn jeden Morgen an der B 115 stehen zu haben. Zumal es höchstens eine Hand voll Kinder sind, die da am Abzweig Ödernitz auf den Bus ausharren. Diese sind leichter zu übersehen, als wenn ein ganzer Pulk an Schülern wartet. Hinzu kommt, dass es bisher nicht geschafft wurde, an diesem Abzweig eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 km/h durchzusetzen. Das würde die Gefahr zwar mildern, aber nicht ausschließen.

Der Landkreis macht es sich hierbei zu leicht. Er appelliert an die Eltern, ihrer Aufsichts- und Sorgfaltspflicht auch an der Bushaltestelle nachzukommen. Wenn auch nicht persönlich, zumindest erzieherisch ihren Kindern gegenüber.

Klar, Ödernitz verbindet ein neuer Radweg mit Niesky, der gern genutzt wird. Aber jetzt ist Winter und länger dunkel. Da will man keinem den Tritt in die Pedalen zumuten. Am wenigsten den älteren Bürgern. Denn den Bus wieder durch Ödernitz fahren zu lassen, ist auch eine Entscheidung für die Senioren.