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Kommentar: Keine Alternative für Deutschland

SZ-Chefredakteur Uwe Vetterick über den Ausschluss der SZ vom sächsischen AfD-Parteitag.

© Ronald Bonß

Der Vorgang ist einmalig. In der Geschichte der Sächsischen Zeitung ebenso wie in der Nachwendegeschichte Sachsens. Die AfD hat auf ihrem Landesparteitag einen Reporter der Sächsischen Zeitung ausgeschlossen, Ordner führten ihn unter Beifall aus dem Saal. Zuvor hatte ein Delegierter behauptet: Der Reporter habe Hetzartikel geschrieben, die Existenzen zerstört hätten. Zudem klebe ein Antifa-Sticker auf seinem Handy.

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Der gesamte Vorgang ist aus mehreren Gründen inakzeptabel.

Da sind zum einen die erheblichen, ehrverletzenden Vorwürfe. Um welchen oder welche Artikel ging es? Welche Hetze? Wessen Existenz? Der AfD-Parteitag blieb jeden Beweis, ja auch nur Hinweis zu seinem Ausschlussbeschluss schuldig. Fast überflüssig zu erwähnen, dass auf dem Handy des Kollegen kein Antifa-Sticker klebt.

Da ist zum anderen die Rufschädigung und demütigende Behandlung eines Journalisten, den die Redaktion der Sächsischen Zeitung hoch schätzt. Und nicht nur sie. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem renommierten Wächterpreis ausgezeichnet. Er hatte gemeinsam mit Kollegen die kleinkriminelle Karriere von Pegida-Gründer Bachmann recherchiert.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Journalisten und ihre Arbeit stehen nicht außerhalb von Kritik. Das Gespräch darüber, ob sie etwas richtig beschrieben haben und angemessen, dieser Streit darf und muss geführt werden. Er gehört zur modernen bürgerlichen Gesellschaft. Nur, dieser Streit muss auch den Regeln der Bürger-Gesellschaft folgen. Unfolgsame Journalisten unter Beifall vor die Tür zu schicken, zählt nicht dazu.

Die AfD etikettiert sich gern als bürgerlich. Für kleinere Teile der Führung mag das noch gelten – immerhin versuchten sie, den Ausschluss-Beschluss zu verhindern. Große Teile des Parteivolkes dagegen gefallen sich längst in einer antibürgerlichen Attitüde, die Normen und Werte verbittert ramponiert.

Ein Kernwert des Journalismus ist die Freiheit der Recherche. Vor Ort. Durch Zuhören, durch offenes Fragen. Wer dies verhindern will, ist keine Alternative für Deutschland.

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