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Kommentar: Konzentration auf das Wesentliche

Thomas Staudt über adäquate Lösungen für leere Obergeschosse.

© Wolfgang Wittchen

In vielen Filmklassikern wohnt der arme Poet, der Student oder der Künstler ganz oben, wo es zieht oder reinregnet. Wohnen unterm Dach war nie beliebt. Im Sommer ist es zu heiß, im Winter zu kalt. Sieht man vom klassischen Penthouse einmal ab, liegt die Belle Etage immer ein paar Stockwerke tiefer. Heutzutage haben die Wohnungen in den obersten Etagen in den Mehrgeschossern aus DDR-Zeiten, aber auch in den sogenannten Gründerzeitbauten ohne Fahrstuhl keine Chance gegen die tiefer gelegene Konkurrenz. Ein-, Zwei- oder Mehrraumwohnungen stehen reihenweise leer, wenn sie ganz oben liegen. Eine Entwicklung teilweise gegen den Trend, der zwei unterschiedliche Bezeichnungen trägt, „Wohnungsknappheit“ in den Großstädten und „anfänglich sinkender Leerstand“ in den Mittel- und Kleinstädten.

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Der Leerstand im Oberstübchen belastet die Bilanz der Vermieter, in der Regel kommunale oder genossenschaftliche Wohnungsunternehmen. Die Ansätze, der angesichts „toter“ Fenster vielerorts recht augenscheinlichen Lücke entgegenzuwirken, sind vielfältig. Viele Städte in der Region leiden ohnehin unter dem demografischen Wandel und haben sich entschieden, auch städtebaulich von außen nach innen zu schrumpfen: abgerissen wurde und wird in den Randbezirken. Trotzdem stehen weiter obere Stockwerke ganz oder teilweise leer. Wenn die Gegenmittel ausgeschöpft sind, bleibt am Ende nur der Abriss. Ob ganz oder nur teilweise, ist immer auch davon abhängig, was man sich leisten kann.

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