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Kommentar: Krankenkassen könnten so viel mehr tun

Daniela Pfeiffer über Hilfe für Familien mit kranken Kindern

Das Schicksal des kleinen Ben und seiner Familie geht tief zu Herzen, die Freude über seine Fortschritte auch. Möglich geworden sind viele von ihnen nur durch die aufopfernde Initiative der Eltern. Sie nehmen weite Wege in Kauf, um ihrem Kind die bestmögliche Behandlung zu verschaffen, zahlen Benzinkosten, Unterkunft, Arbeitsausfall und auch die Therapie komplett allein. Welch’ ein Lichtblick, dass es da so uneigennützige Menschen gibt, die mal eben 500 Euro anonym dafür beisteuern.

Welch’ ein Trauerspiel auf der anderen Seite aber auch, dass solche Familien für Spezialtherapien überhaupt alleine aufkommen müssen. Natürlich lassen die Krankenkassen sie nicht komplett im Stich. Es gibt auch für Ben Hilfe – für einen speziellen Reha-Buggy zum Beispiel, einen Therapiestuhl oder andere Hilfsmittel. Aber das sind alles Dinge, die zwar die Situation unterstützen, wie sie aktuell ist, die aber nicht Bens Weiterentwicklung fördern. Nicht Bens und nicht die anderer Kinder, die mit Behinderungen zu kämpfen haben. Und deren Familien es vielleicht nicht möglich ist, neue Therapien auszuprobieren und dafür weite Wege in Kauf zu nehmen. Laut dem Journal Wirtschaftswoche haben die gesetzlichen Krankenkassen allein im ersten Halbjahr 2017 einen Gewinn von über 1,4 Milliarden Euro eingefahren. Die Finanzreserven der Kassen stiegen demnach auf rund 17,5 Milliarden Euro.

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Für wen ist dieses Geld eigentlich, wenn nicht für solche vom Schicksal gebeutelten Familien? Die mit einem Bruchteil dieser Milliarden für ihre Kinder vielversprechende Therapien versuchen und ihnen so vielleicht eine bessere Entwicklung hin zu einem leichteren, selbstbestimmteren Leben ermöglichen könnten.