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Kommentar: Kreisstadt braucht angemessene Ämter

Ingo Kramer über Kfz-Zulassung und Führerscheinstelle in Görlitz

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Hand aufs Herz: Im Vergleich zu den meisten Orten im Landkreis geht es uns in Görlitz gut. Viele Ämter, die der Normalbürger für seine Erledigungen braucht, sind in der Stadt zu finden, im Rathaus, in der Jägerkaserne, im neuen Landratsamt und in ein paar Außenstellen. Das garantiert kurze Wege – etwas, wovon die Bewohner der Teichlandschaft im Norden oder des Oberlandes im Süden nur träumen können. Insofern jammern wir natürlich oft auf hohem Niveau.

Aber andersrum: Viele Menschen sind in den vergangenen Jahren nach Görlitz gezogen, weil es hier kurze Wege gibt. Das ist auch gut so, denn Görlitz ist die Kreisstadt und wo, wenn nicht hier, sollte sich alles bündeln. Umso unverständlicher ist es, dass der Landkreis jetzt einige Leistungen aus der Kfz-Zulassung und der Führerscheinstelle aus Görlitz abzieht, anstatt mehr Mitarbeiter nach Görlitz zu holen. Um das zu verdeutlichen, heißt die Einrichtung in Görlitz jetzt nur noch „Servicebüro Straßenverkehr“ und nicht mehr Kfz-Zulassung und Fahrerlaubnisbehörde. Das klingt schon mal nur noch nach Außenstelle. Und dem ist auch so.

Dass Görlitz aber eine Außenstelle für Niesky und Zittau sein soll, passt nicht in eine moderne Verwaltung. Das hat nichts mehr mit Jammern auf hohem Niveau zu tun, sondern ist schlichtweg am Bürger vorbei geplant. Görlitz ist nicht nur die zentrale Stadt im Kreis, sondern hier leben auch die meisten Menschen. Insofern sollten hier auch alle wichtigen Ämter zu finden sein und nicht nur Außenstellen.