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Kommentar: Mehr Transparenz am Kleidercontainer

Tobias Winzer über das Geschäft mit alter Kleidung

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Neue Kleidung rein, alte Kleidung raus. Viele nutzen die ersten wärmeren Tage zum Sortieren des heimischen Kleiderschrankes. Wer mit den gebrauchten Klamotten vermeintlich Gutes tun will, schmeißt sie nicht weg, sondern schnürt sie in einem Sack zusammen und wirft sie in den nächsten Altkleidercontainer. Da Second-Hand-Kleidung weltweit aber immer beliebter wird und sich mit alten Hosen und Hemden mittlerweile gutes Geld verdienen lässt, werden die Spender immer öfter in die Irre geführt. Wenn sie den falschen Container erwischen, kommt ihre Kleidung nicht, wie beabsichtigt, Bedürftigen zugute, sondern trägt zur Gewinnmaximierung eines Textilunternehmens bei. Das erfordert nun ein Umdenken bei den Hilfsorganisationen. Sie müssen in die Offensive gehen und mit mehr Transparenz für Vertrauen bei den Spendern werben.

Das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser müssen offen darüber sprechen, dass die Kleidung, die in ihren Containern landet, zum Großteil nicht an Bedürftige vor Ort geht. Direkt auf den Containern sollte stehen, wohin die Kleidung verkauft wird und für welche Projekte vor Ort die Einnahmen daraus verwendet werden. Nur so können sich die Hilfsorganisationen von den kommerziellen Sammlern abgrenzen.