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Kommentar: Nächste Fehlplanung vermeiden

Tobias Winzer über die Sanierung der Königsbrücker Straße

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Der Straßenbelag schlägt Wellen, zwischen einzelnen Kopfsteinpflastersteinen ist eine Handbreit Platz, und die Granitplatten auf den Fußwegen sind Stolperfallen – keine Frage, die Königsbrücker Straße ist mehr als reif für eine Sanierung. Die jetzt diskutierten Pläne dafür haben jedoch einen großen Makel: Sie beruhen auf veralteten Verkehrsprognosen. Die Königsbrücker Straße, wie sie sich die Stadt vorstellt, soll einmal für 21.000 Autos und Laster ausgelegt sein. Bereits im vergangenen Jahr waren jedoch nur noch täglich 18.000 Fahrzeuge auf der Straße unterwegs. Seit der Eröffnung der Waldschlößchenbrücke ist die Zahl nochmals um 22 Prozent auf 14.000 geschrumpft. Verkehrswissenschaftler rechnen nicht damit, dass die Zahl der Autos in den kommenden Jahren steigt – sie prognostizieren eher das Gegenteil. Die Königsbrücker Straße droht also das zu werden, was die Waldschlößchenbrücke oder der Tunnel unter dem Wiener Platz schon sind: ein total überdimensioniertes Verkehrsprojekt mit erheblichen laufenden Kosten, für die der Steuerzahler aufkommen muss. Es wäre ein Fehler, diese Planungen umzusetzen. Stattdessen muss die Stadt nun eine Sanierungsvariante vorlegen, die der künftigen Verkehrsmenge gerecht wird. Sicher, das kostet noch einmal Zeit. Aber es wird sich lohnen.