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Kommentar: Neustart mit schalem Beigeschmack

Tobias Wolf über chancenlose Baumarkt-Mitarbeiter

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Wer dieser Tage auf der Bodenbacher Straße entlangfährt, kann den neuen Obi-Baumarkt nicht ignorieren. Hunderte Auto-Anhänger, vielleicht die Aktionsware für den Eröffnungstag, bevölkern die Wiesen drum herum. Bei künftigen Kunden kann durchaus der Eindruck entstehen: hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Es ist sicher auch lobenswert, dass die Nummer eins der deutschen Baumarktbranche in Seidnitz mit 70 Arbeitsplätzen rund doppelt so viele Jobs schaffen will wie zuvor Max Bahr. Unverständlich erscheint aber, warum frühere Mitarbeiter der insolventen Bahr-Kette so gar keine Chance auf solch eine Stelle haben sollen. Sind sie etwa nicht ausreichend qualifiziert, oder vielleicht aus Sicht des neuen Managements doch zu erfahren und deshalb zu teuer?

Immerhin haben sie bis Februar einen guten Job gemacht. An ihnen lag es sicher nicht, dass der alte Bahr-Markt schließen musste. Aber sie hätten dem neuen Obi einen soliden Start bescheren können, weil sie jeden Kunden aus der Umgebung persönlich kennen. Andere Baumarkt-Konzerne haben vorgemacht, wie es nach der Bahr-Pleite für die Filialen weitergehen kann. Wer einen Standort übernahm, hat dies in der Regel mit dem gesamten Personal getan. Allein Bauhaus hat 20 Märkte und 1.300 Arbeitsplätze gesichert – die früheren Bahr-Mitarbeiter dabei sofort unbefristet und zu mindestens den gleichen Bedingungen wie vorher angestellt. Auf ähnliche Weise hat Toom Filialen übernommen. Vom Marktführer würde ich das eigentlich genauso erwarten.

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