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Kommentar: Nicht immer kommt die Rettung von oben

Frank Seibel über die Schwächen der fernen Rettungsleitstelle

© nikolaischmidt.de

Bis zum letzten Blutstropfen, so stand es vor 15 Jahren in der SZ, wollten Bürgermeister darum kämpfen, dass sie ihre Rettungsleitstelle am Ort behalten. Aber das war von der Staatsregierung so nicht vorgesehen, die mit Strukturreformen auf vielen Ebenen die öffentlichen Ausgaben senken und dabei noch alles moderner und effektiver gestalten wollte. So wurden erst aus acht Oberlausitzer Landkreisen und zwei Kreisfreien Städten zwei große Landkreise geformt, und im nächsten Schritt wurde die Koordination von Feuerwehren, Rettungswagen und Notärzten aus den früheren Kreisstädten in eine einzige Zentrale in Hoyerswerda verlagert. Teuer, aber groß und digital.

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Einige Jahre und etliche Unwetter später ist klar: Im Konzept der zentralen Rettungsleitstelle steckt ein Denkfehler. Zum Glück haben die Katastrophenschützer im Görlitzer Landratsamt den schon vor einigen Monaten entdeckt und begonnen, gegenzusteuern. Ganz zentral funktioniert bei Wetterkapriolen eben nicht.

Wenn nun aber die Erfahrung zeigt, dass die schweren Unwetter sich mehren und deswegen viele Mini-Leitstellen neu installiert werden müssen – dann könnte man auf den Gedanken kommen, dass die Zentralisierung des Rettungswesens für eine so große Region wie die Oberlausitz doch keine so gute Idee war.