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Kommentar: Patienten haben die Nase voll von Statistik

Daniela Pfeiffer über Ärztemangel und Maßnahmen dagegen

Es ist schon bald eine eigene Krankheit für sich: der Ärztemangel und die Beschönigung des Problems in Statistiken. Dabei sind die Bemessungsgrundlagen für solche Berechnungen völlig veraltet. Und unglaubwürdig. Wenn Patienten krank vier Stunden im Wartezimmer sitzen müssen. Wenn sie monatelang auf einen Facharzttermin warten müssen. Wenn Notaufnahmen überlastet sind, weil viele Patienten kommen, die keine echten Notfälle sind, aber eine schnelle Behandlung wollen. Wenn Ärzte am Wochenende über dem Papierkram sitzen, weil die Woche zu voll ist. Dann ist das Ärztemangel und dann ist das ein Problem, das keiner mehr schönreden kann. Erst recht lässt sich keinem Patienten mehr vermitteln, dass doch eigentlich alles gut ist. Oder gar, dass Überversorgung herrscht.

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