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Kommentar: Politik hat Meissen fast ruiniert

Peter Anderson über die jüngste Landtagsdebatte.

Fassen wir zusammen: Der Freistaat Sachsen hat in den vergangenen Jahren rund 30 Millionen Euro an Darlehen, Zuschüssen und in anderer Form an die Staatliche Porzellan--Manufaktur Meissen gezahlt. Das Unternehmen hat diese Mittel zu großen Teilen dafür verwendet, die Blauen Schwerter unter dem neuen Label Meissen Couture zur führenden deutschen Luxusmarke weltweit auszubauen.

Mit dem Wechsel des Visionärs Christian Kurtzke vom Porzellan zu Porsche und dem Ausscheiden von Aufsichtsratschef Kurt Biedenkopf ist dieses Ziel aufgegeben worden. In der Folge schlug für das Geschäftsjahr 2014 ein Rekordverlust von knapp 20 Millionen Euro zu Buche. Die Mehrheit der fachkundigen Beobachter ist sich einig, dass die ambitionierte, vielleicht auch größenwahnsinnige Expansionsstrategie damit gescheitert ist. Als Gründe werden das Fehlen eines soliden Finanzplans für das risikoreiche Unterfangen und die Kürze der Zeit angeführt. Die international führende deutsche Luxusmarke lässt sich eben nicht in rund fünf Jahren aus dem Boden stampfen und schon gar nicht mit am Parlament vorbeigeschmuggelten Euro-Millionen.

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Der Landtag diskutierte über Konsequenzen aus dem Rekord- Verlust der Manufaktur. Dort traf später ein berühmter, heimlicher Besucher ein.

Kurz gesagt: Durch verschiedene Fehler wurde das Traditionsunternehmen an den Rand des Abgrunds manövriert. Wer unter diesen Umständen – wie CDU und SPD – im Landtag weiter so tut, als müsse sich nichts ändern und wäre alles in bester Ordnung, ist entweder blind oder einfach nur unglaublich frech.