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Kommentar: Schlägerei mit Ansage

Tobias Wolf über die Krawalle im Zeltcamp

Die Ereignisse vom Wochenende haben eins deutlich gemacht: Ein 1 100-Mann-Lager ist alles andere als eine freiwillige und friedliche Zusammenkunft. Wenn Menschen aus 20 Nationen mit ganz verschiedenen kulturellen Hintergründen auf engstem Raum zusammenleben müssen, sind Konflikte programmiert. Die Schlägerei am Sonnabend war eine Eskalation mit Ansage.

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Mitnichten liegt das am Migrationshintergrund der Bewohner, wie aus dem asylfeindlichen Spektrum nun wieder zu hören ist. Bei den Asylbewerbern liegen die Nerven nach Krieg und Flucht blank. Sperrte man 1 100 Sachsen, Bayern und Berliner unter ähnlichen Umständen zusammen, gäbe es ebenso schnell Streit. Schlägereien im Camp lassen sich nur vermeiden, wenn stärker auf kulturelle Unterschiede geachtet und klare Verhaltensregeln kommuniziert werden. Ehrenamtliche Übersetzer gäbe es genug, um solche Plakate anzufertigen.

Besonders perfide ist, dass die Pegida-Bewegung um Lutz Bachmann die Situation sofort für ihre eiskalte ausländerfeindliche Hetze im Internet ausschlachtet – und dafür nun die von ihnen kritisierten Flüchtlinge benutzt. Überhaupt scheint der Ton der selbst ernannten Retter des Abendlandes umso schriller zu werden, je weniger Anhänger sie auf die Straße bringen. Mit den einst formulierten Thesen der Bewegung hat ihr derzeitiges Auftreten nichts mehr zu tun. Das ist einfach nur menschenfeindlich.