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Kommentar: Sippenhaft für alle Erzeuger

Ulf Mallek über den Imageschaden am Sachsenwein

Goldriesling, Müller-Thurgau? Diese beiden Weinsorten sächsischer Winzer sind im Moment gerade nicht so gefragt. Vorige Woche ist bekannt geworden, dass 13 000 Liter dieser beiden Sorten aus dem Weingut Jan Ulrich und eine noch unbekannte Menge unbekannter Sorten aus der Meißner Winzergenossenschaft kontaminiert sind.

Der Imageschaden für den sächsischen Wein ist enorm. Er ist auch viel höher, als die tatsächlichen finanziellen Einbußen für die beiden Erzeuger. Warum soll ich noch Sachsenwein trinken? Er ist viel teurer als italienischer und dazu noch vergiftet. Diese einfache Botschaft wird bei vielen Menschen hängen bleiben. Der sächsische Wein kommt in Sippenhaft, auch wenn die meisten Winzer gar nicht involviert sind.

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Es wird für Erzeuger und Weinbauverband nicht einfach werden, wieder ein positives Image für ihre Weine aufzubauen. Voraussetzung ist eine lückenlose Aufklärung. Jan Ulrich hat – mit einiger Verspätung allerdings – damit angefangen. Die Winzergenossenschaft wird vermutlich im Laufe dieser Woche folgen. Irgendwann sollten sich auch die amtlichen Überwacher melden. Bislang spielen sie ihre Rolle mehr im Verborgenen. Ganz klar ist nicht, weshalb die Winzergenossenschaft gar nicht über positive Proben informiert wurde und Jan Ulrich zeitlich sehr verzögert. Unbedingte Transparenz ist vonnöten, um auszuschließen, dass so etwas wieder passiert. Erst dann können die Marketingleute wieder am Weinimage polieren.