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Kommentar: Später, aber wichtiger Schritt

Daniela Pfeiffer über NS-Beutekunst in Görlitz

Raubkunst – ein wahrhaft sensibles Thema. Erst recht, weil davon auszugehen ist, dass viele der ursprünglichen Besitzer deportiert und umgebracht wurden. Dass die Stadt sich noch einmal damit befasst ist ein gutes und wichtiges Zeichen. 73 Jahre nach Kriegsende erscheint das zwar reichlich spät. Kaum einer von den Alteigentümern wird noch leben – selbst wenn er damals vielleicht rechtzeitig Deutschland verlassen konnte. Aber die Forschungen waren eben keine einfachen, dank Fördermittel vermutlich erst jetzt so tief und gut möglich, wie sie zwei Damen durchführten.

Und sie sollten unbedingt weitergehen. Bislang sind die Neuerwerbungen der Jahre 1933 bis 1945 erforscht. Aber was ist etwa mit den Neuankäufen aus den folgenden zwei Jahrzehnten? Dass der Handel mit zu NS-Zeiten unrechtmäßig erworbenen Kunstwerken nach 1945 abrupt aufhörte, dürfte wohl eine Mär sein. Der Fall des Münchener Kunsthändlers Cornelius Gurlitt unterstreicht das sehr deutlich.

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Spannend bleibt nun, ob sich für die aktuell neun Exponate jemand meldet, der das auch nachweislich zu Recht tut. Denn beweisen, dass sich diese Zeichnung oder jener Glaskelch einmal im Familienbesitz befand, dürfte nach den vielen Jahrzehnten kompliziert sein.