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Kommentar: Von Swarovski lernen

Peter Anderson über den neuen Chef in der Manufaktur

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Es dauerte nur kurz, dann kam der erwartete Kommentar zum neuen Geschäftsführer der Porzellan-Manufaktur Meissen: „Wieder nur ein Kaufmann und kein Fachmann für die Herstellung von Porzellan.“ Mit diesen Worten kritisierte Linken-Politiker Georg Sämmang die Nachricht, dass der frühere Swarovski-Manager Georg Nussdorfer aus Österreich künftig zusammen mit Tillmann Blaschke die Geschicke des ins Trudeln geratenen Luxus-Produzenten steuern soll.

Dabei haben hochwertiger Kristallschmuck und Porzellan sehr viel gemeinsam. Es handelt sich um Produkte, die sich nur über einen gewissen Nimbus verkaufen. Niemand braucht wirklich eine Meissener Vase oder einen Kristallreifen von Swarovski. Ähnliche Erzeugnisse gibt es viel preiswerter in allen möglichen Boutiquen.

Trotzdem verkauft Swarovski seine Kristallwelten extrem erfolgreich. Im Schmuckbereich, der mit Abstand größten Sparte des Unternehmens, stieg der Umsatz 2015 um zwölf Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Aktuell läuft ein 500 Millionen Euro teures Investitionsprogramm, um den Schmuckriesen weiter auf Wachstumskurs zu halten.

Dieses Geld wird Georg Nussdorfer für Meissen nicht in die Hand bekommen, seine Erfahrungen in der Vermarktung von Kristallschmuck sind trotzdem Weißes Gold wert.