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Kommentar: Was für ein Wochenende!

Michaela Widder über die großen Siege deutscher Sportler

© Robert Michael

Wer wollte, konnte vorm Fernseher durchfeiern an diesen beiden außergewöhnlichen Tagen. Vom Sieg von Angelique Kerber bei den Australien Open am Samstagmorgen bis zum Triumph der Handballer bei der EM am Sonntagabend – es war ein Sport-Wochenende, wie man es aus deutscher Sicht selten erlebt. Der Erfolg von Kombinierer Eric Frenzel in Seefeld, die Dominanz der Rodler bei der WM und das EM-Silber von Aljona Savchenko und Bruno Massot hatten es da schwer, sind aber nicht weniger bemerkenswert.

Es ist ein Wochenende, das guttut nach den vielen Pleiten, Pech und Pannen der vergangenen Monate mit der gescheiterten Hamburger Olympia-Bewerbung als negativen Höhepunkt. Natürlich sollte man sich über die Erfolge freuen, sie feiern, zumal sie unerwartet kamen. Doch wer glaubt, dass die Krise im deutschen Spitzensport damit beendet ist, irrt sich gewaltig. Der Medaillenspiegel am Ende der Spiele von Rio wird das in wenigen Monaten schmerzvoll aufzeigen.

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Kerber und die Handballer haben jedoch gezeigt, was möglich ist, wenn man an sich glaubt, und wenn in einem Team das Wir-Gefühl über den Egoismus siegt. Gepaart mit Leidenschaft werden aus Außenseitern dann Gewinnertypen. Denn in Melbourne war die Seriensiegerin Serena Williams Favoritin und in Krakau die spanischen Weltmeister von 2013.

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Und auch das ist eine Lehre der vergangenen Tage: Der Sportfan möchte nicht nur Fußball im TV sehen. Die Handballer verzeichneten in der ARD und ZDF Spitzenwerte, und die 2,5 Millionen Zuschauer, die das Damen-Finale schauten, sind für den Spartensender Eurosport an einem Vormittag ein Rekordergebnis. Am kommenden Wochenende schlägt Kerber beim Fed-Cup in Leipzig auf. Alle Karten sind längst weg.