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Kommentar: Wenn Herrchen auffliegt

Das Hundekotproblem in der Innenstadt ist nicht entschärft.

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Über 33 000 Briefe verschicken, das klingt aufwendig und teuer. Doch die Idee der Stadt, alle Görlitzer anzuschreiben und die säumigen Hundehalter unter ihnen zu mahnen, hat sich im Nachhinein als goldrichtig erwiesen. Über 200 Hunde konnte sich die Stadt plötzlich freuen – oder auch nicht. Zwar hat es der Stadtkasse beachtliche Steuernachzahlungen gebracht, aber das Hundekotproblem in der Innenstadt nicht gerade entschärft.

Ob der nächste Schritt noch richtig und nachvollziehbar ist, ist zweifelhaft. Welcher Aufwand, drei Jahre lang alle Görlitzer Haushalte aufzusuchen! Welcher personelle Aufwand vor allem, wo die Mitarbeiter des Vollzugsdienstes auch so schon an allen Ecken und Enden benötigt werden. Von den Kosten ganz zu schweigen. Ob sie im Verhältnis zum Nutzen stehen, den das Ganze am Ende haben wird, muss abgewartet werden. Wahrscheinlich ist aber, dass die Masse der schwarzen Schafe mit der Briefaktion sensibilisiert und geläutert wurde. Es ist richtig, Präsenz zu zeigen und deutlich zu machen, dass das Rathaus das Hundeproblem durchaus ernst nimmt. Doch dafür jahrelang die ganze Stadt abzuklappern. Zumal pfiffige Hundehalter nun bestimmte Vorsichtsmaßnahmen treffen könnten. Es sei denn, Bello bellt ganz laut und lässt Herrchen auffliegen.