Teilen: merken

Kommentar: Wohnungsnot macht erfinderisch

Tobias Winzer über die Pläne für die Lingnerstadt

Dass es bei der so lange geplanten Lingnerstadt nun plötzlich in großen Schritten vorangeht, überrascht. Eigentlich ist diese Entwicklung aber logisch. Anders als in den meisten westdeutschen Großstädten sind in Dresden die Spuren des Zweiten Weltkriegs noch deutlich zu sehen. Mitten im oder am Rande des Zentrums existieren nach wie vor große Brachflächen – ein paradiesisches Angebot für Immobilienunternehmen. Dafür, dass diese nun auch endlich zugreifen, sorgen die mittlerweile guten Gewinnaussichten in Dresden. Wer hier baut, kann damit – dank steigender Miet- und Kaufpreise – Geld verdienen. Die Bebauung der Lingnerstadt ist somit nur die logische Fortsetzung von dem, was am Schützenplatz, an der Ostra-Allee oder an der Wallstraße begonnen hat. Hinzu kommt aber auch, dass die Wohnungsnot die Stadt erfinderisch macht. Seitdem sie erkannt hat, dass Dresden neue Wohnungen braucht, werden Bebauungspläne für solche Projekte im Eiltempo vorgelegt und vom Stadtrat beschlossen. Im Falle der Lingnerstadt muss man nun darauf achten, dass alle Dresdner etwas von der Entwicklung haben. Der Erhalt der Skateranlage wäre ein Weg dahin.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Frauenpower in böhmischen Dörfern

Dresden, 18. Februar 2019. Mariame Clément hat für die Semperoper Dresden Bedřich Smetanas Oper »Die verkaufte Braut« kräftig ausgelüftet.