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Riesa

Mehr Fragen als Antworten

Stefan Lehmann über  den gescheiterten Firmenkauf.

© Bildstelle

Das ist mal eine skurrile Situation: Da soll ein bisher privates Unternehmen in eine städtische Gesellschaft eingegliedert werden – und der lauteste Protest dagegen kommt ausgerechnet von einer Stadträtin der Linken. So scheint es sich zumindest in der Sitzung des Verwaltungsausschusses zugetragen zu haben, als über den Kauf einer Riesaer Elektrofirma durch die RDL entschieden wurde. 

Nachvollziehbar sind beide Positionen: Die WGR will die aufgrund von Fachkräftemangel und guter Auftragslage steigenden Preise nicht mehr hinnehmen und anfallende Elektroarbeiten deshalb von ihrer Tochterfirma RDL erledigen lassen. Aber – da haben die Kritiker schon einen Punkt – damit ginge der Privatwirtschaft ein großer Auftraggeber verloren.

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Wie man auch zu diesem Vorhaben stehen mag: Das plötzliche Scheitern wirft Fragen auf. Allen voran die, welche Informationen der Handwerkskammer erst nach ihrer Zusage bekannt geworden sind – und warum erst so spät. Dazu halten sich beide Seiten bisher bedeckt. 

OB Müller hatte noch am Donnerstag gesagt, er könne sich die Reaktion der Kammer nicht erklären. Die wiederum wollte die geänderte Faktenlage auch auf Nachfrage nicht erläutern. Bisher sieht es so aus, als schiebe man sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. So oder so: Die Gelackmeierten sind die Mitarbeiter und Eigentümer der Elektrofirma, deren Zukunft nun plötzlich wieder völlig offen ist.

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E-Mail an Stefan Lehmann.