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Sachsen

Kommt die Gemeinschaftsschule wieder?

Der Volksantrag zum längeren gemeinsamen Lernen wurde im Landtag debattiert. Die Koalition plant Änderungen.

© Symbolfoto: dpa

Dresden. Das gab es im Landtag noch nie: Oberschullehrerin Doreen Taubert stellte am Donnerstag den Gesetzentwurf zum längeren gemeinsamen Lernen vor. Sie hat an dem Volksantrag mitgearbeitet, der vom Bündnis Gemeinschaftsschule eingereicht wurde. 

Das Bündnis hatte unter anderem mit Unterstützung von Linken, SPD und Grünen mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt. „Wir sind davon überzeugt, so zur Chancengleichheit beizutragen, das soziale Lernen zu fördern und die Gemeinschaft zu stärken“, sagte Taubert. Es gehe um Stressminderung, weniger Leistungsdruck und darum, die Kinder zu gegenseitiger Achtung, zu Teamwork und friedlicher Konfliktlösung zu erziehen.

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Der Volksantrag wird nun im Schulausschuss diskutiert. CDU, Grüne und SPD haben sich auf Änderungen an dem Entwurf verständigt. Voraussetzung für die Schaffung einer Gemeinschaftsschule ist die Zustimmung der Kommune und der Schulkonferenz – also von Schülern, Eltern und Lehrern.

Entscheiden sie sich dafür, fällt die Trennung nach der 4. Klasse weg und die Kinder wechseln ohne Bildungsempfehlung in die fünfte Klasse. Für eine Gemeinschaftsschule ab der Klassenstufe 5 mindestens vier parallele Klassen vorhanden sein. Der Volksantrag sah nur mindestens zwei Züge vor. 

Außerhalb von größeren Städten reichen drei fünfte Klassen als Voraussetzung. Auch in kleinen Gemeinden können Oberschulen in Verbindung mit einer Grundschule längeres gemeinsames Lernen von der 1. bis zur 10. Klasse ermöglichen und sich zur „Oberschule Plus“ entwickeln. Bedingung ist allerdings, dass sie maximal zwei fünfte Klassen haben.

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Taubert kritisierte die geplanten Änderungen. „Ich möchte für unseren niedrigschwelligen und unbürokratischen Weg werben und davor warnen, Hürden für Schulgründungen zu errichten“, sagte sie. Die Abgeordneten hätten die Chance zu signalisieren, dass sie zuhören und Initiativen aus dem Volk respektieren.

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