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Kommunalwald wird zur Kostenfalle

Mit dem Königsteiner Stadtwald lässt sich in diesem Jahr kein Geld verdienen. Stattdessen muss die Stadt kräftig investieren.

Von Ines Mallek-Klein

Wald ist das grüne Konto der Kommunen. Eine Investition in die Umwelt, mit solider Rendite. Durch Holzverkäufe lassen sich immer wieder gute Einnahmen für die Stadtkasse erzielen. Normalerweise. Doch in Königstein musste die Stadt jetzt erst einmal Geld in die Hand nehmen. Rund 19 600 Euro stellte die Dresdner Baumdienst GmbH für Waldpflege- und Baumfällarbeiten in Rechnung.

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Revierförster Hartmut Schippers erklärte den Stadträten in ihrer jüngsten Sitzung den Feuerwehreinsatz mit der Motorsäge im Wald. Mitarbeiter des Sachsenforst begutachten bei der sogenannten Verkehrsschau zwei Mal im Jahr im Auftrag der Stadt den Baumzustand auf ihren insgesamt 32 Flurstücken. Die Ergebnisse der Untersuchung waren in einigen Regionen schockierend, so Hartmut Schippers. Es wurden viele kranke Bäume entdeckt.

Ursache ist nicht etwa mangelnde Pflege oder Fehler bei der Bewirtschaftung. Schuld ist das Unwetter am 9. Juni 2013 mit einem heftigen Hagelschauer. Die kleinen Eiskörner haben offenbar die Rinden vieler Bäume durchschlagen und deutlich stärker verletzt als bisher angenommen. Pilze besiedelten die Bäume, Fäulnis setzte ein.

Es gab massiven Handlungsbedarf, so der Revierförster. Die Verkehrssicherheit war gefährdet. Das stand bereits am 20. Februar fest. Es erfolgte unmittelbar eine Ausschreibung des Auftrages, sagte Bürgermeister Frieder Haase. Es galt, Schaden von Waldbesuchern abzuwenden. Die Stadt ist, wie jeder andere Waldeigentümer auch, für die Verkehrssicherungspflicht auf ihrem Gelände verantwortlich. Bei der anschließenden Begehung mit den interessierten Firmen am 6. März stellte sich dann das wahre Ausmaß der Schäden heraus. Königstein hat durch das Sommerunwetter 2013 rund 100 Festmeter Holz eingebüßt.

Besonders kritisch war der Zustand einer Buche in unmittelbarer Nähe des Kindergartens. Der Schwarzkrustenpilz hatte sie befallen. Dreiviertel des Stammes waren bereits betroffen. Der Pilz gilt bei den Forstleuten als besonders kritisch. Er verursacht Moderfäule in Wurzeln und bodennahen Stammregionen. Von außen wirken die Bäume weiter gesund. Sie können aber jederzeit umstürzen. Nicht auszudenken, was das für Folgen bei der Buche neben dem Kindergarten hätte haben können, sagt der Revierförster.

Der Auftrag für die Baumfällungen wurde am 11. März vergeben. Unmittelbar danach begannen die Arbeiten. Eigentlich müssen Holzfällungen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Es war aber eine Ausnahmesituation, erklärt Revierförster Schippers. Königstein muss trotzdem tief in die Tasche greifen. 3 800 Euro waren im Haushaltsplan 2013 für die Pflege des Stadtwaldes eingeplant. Gut 15 000 Euro mehr sind es am Ende geworden.