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„Kommune K“ besetzt das Rathaus

In ihrer 31. Saison lassen die Kamenzer Narren die wilden Siebziger aufleben. Ihre Forderungen am 11.11. sind klar.

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Von Ina Förster

Kamenz. Gebt das Hanf frei – ob die Stadtverwaltung die Wünsche des Kamenzer Karnevals Clubs bereits vor Wochen erahnte? Und gleich neben dem Rathaus, im Blumenkübel am Bratwurststand, eine prächtige Canabis-Pflanze aussäte? Als Begrüßungsgeschenk der Narren am 11.11. sozusagen? Spaß beiseite: Die mysteriöse Pflanze ist lange vernichtet. Die Narren des KKC verwehren sich bis heute, dass sie damit zu tun hatten. Und Oberbürgermeister Roland Dantz muss sich nun eben etwas anderes einfallen lassen. Denn dass die Karnevalisten am 11.11. wieder über das sonst so gediegene Rathaus kommen, ist so klar wie Kloßbrühe. Das Datum fällt 2017 auf einen Sonnabend. Und das Motto der 31. Saison klingt verwegen: Die wilden Siebziger! Sex, Drugs and Rock’n’Roll, aber auch jede Menge Peace, sind vorprogrammiert. In wieweit und ob die närrische Hippie-Kommune alles umsetzt, bleibt ihr Geheimnis.

Fakt ist, dass es am 11.11. ziemlich bunt auf dem Marktplatz zugehen wird. Die „Kommune K“ , oder besser „Kommune Karneval“ kommt mitsamt rollendem Besetzerhaus, verdächtig qualmendem Elster-Express und vielen schrägen Vögeln vorgefahren. Ab 10 Uhr trifft sich die partyfreudige Meute bereits auf dem Lidl-Parkplatz. Die guten alten Songs aus den Siebzigern dürfen da nicht fehlen. Da an einem Sonnabend das Rathaus geschlossen ist, wird es wahrscheinlich eine echte Hausbesetzung. Jedenfalls für eine gute Stunde. Die Narren haben traditionsgemäß ihre beiden Prinzenpaare dabei. Und eine Neuerung gibt es auch: Die erstmalige Übergabe des Prinzenstabes! Das hölzerne Kunstwerk wurde von Michael „Holz“-Müller aus Jesau geschnitzt und ähnelt ganz zufällig dem letzten Prinzen Gert „Spinne“ Müller. Dieser reicht das Zepter an seinen Nachfolger weiter. Das Ritual hat Premiere und soll zur Tradition werden. Wer zuschauen will und nebenbei Appetit auf einen leckern Narrenkappen-Keks oder wärmenden Glühwein hat, der ist am 11.11. ab 10 Uhr auf dem Markt willkommen. Und die großen und kleinen Funken zeigen Tänze auf dem Altstadtpflaster.

Mottoparty im Malzhauskeller

Am gleichen Abend geht es zur großen Motto-Party diesmal in den Malzhauskeller der Stadt. Da im Saal von Hotel Stadt Dresden die Spanische Nacht des Tanzclubs der Lessingstadt zelebriert wird, hat sich der Club für diese kleine, aber feine Fete im Style der Siebziger Jahre entschieden. An den Schallplatten-Reglern sozusagen stehen gleich drei DJs: Pony, Locke und Lorenzo. Sie geben sich das musikalische Zepter abwechselnd in die Hände. Dabei kommt zum einen bestes Saturday-Night-Fever mit allen Disco-Hits von damals hoch. Zum anderen darf man freilich auch zu den Hit-Legenden der Stones, Queen, Bob Dylan, Bee Gees oder Kiss abtanzen. Und wenn dann Stars wie ABBA oder Boney M. sogar noch live vorbeischauen, ist der Partyspaß perfekt. Dazu gibt es Leckereien aus den Siebzigern und eine Außen-Bar versüßt den Rauchern den Abend. Tipp am Rande: Da der Malzhauskeller gemütlich und klein ist, gibt es nur eine begrenzte Karten-Kapazität. Man sollte sich sputen! Dieser Abend wird in jeglicher Hinsicht besonders, kündigen die Karnevalisten an. Die 31. Saison geht gemäß dem Motto bereits Ende Januar weiter, ist kurz, aber arbeitsreich. Denn bereits am 14. Februar ist Aschermittwoch.

Termine: Sa., 11.11., 20.11 Uhr: Mottoparty „Die wilden Siebziger“ Malzhauskeller; So., 21. Januar, 14.30 Uhr: Kinderfasching „Biene Maja trifft die kleinen Blumenkinder“ Stadt Dresden; So., 28. Januar, 10.30 Uhr: Frühschoppen „Lorenzo als Stammtischbruder“ Stadt Dresden (Tickets erst ab 1.Januar 2018!); Sa., 3. Februar, 20.11 Uhr: „Flower Power meets Karneval“ im Moritzbad Lückersdorf; Do., 8. Februar, ab 20.11 Uhr: Kneipen-Weiberfasching im La Piazza; Sa., 10. Februar, 20.11 Uhr: 3. Varieté-Karneval im Retro-Flair mit der Band Verwöhnaroma aus Berlin im Stadt Dresden.

Tickets: Stadt-Information (Varieté im Stadt Dresden)