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Sachsen

Kommunen suchen dringend Wahlhelfern

Ohne sie geht am Wahltag nichts: Rund 34.000 Wahlhelfer brauchen die sächsischen Kommunen für die Kommunal- und Europawahlen sowie die Landtagswahl. 

© imago/Michael Schick

Sie begleiten den Wahltag und zählen die Stimmen aus: Rund 34.000 Wahlhelfer werden für die Kommunal- und Europawahlen Ende Mai sowie die Landtagswahl am 1. September in Sachsen gebraucht. Leipzig sucht insgesamt 5.500 Ehrenamtliche - und wirbt dafür im Internet, mit Flyern und auf Plakaten. Bisher haben sich 4300 Wahlhelfer gemeldet. Man könne zwar auf einen großen Stamm an Helfern zurückgreifen, so Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörnig. Aber weil Leipzig ständig wachse, treten 2019 mehr Wahlberechtigte an die Urnen als zur Bundestagswahl 2017. "Wir möchten auch neue Leipziger, vor allem junge Menschen, motivieren, uns bei den Wahlen zu unterstützen."

Dafür setzt die Messestadt auf eine höhere Entschädigung: Laut Stadt wurden die Grundbeträge um jeweils fünf Euro erhöht, bei mehreren Wahlen wie im Mai um zehn Euro. Die Helfer bekommen also zwischen 30 und 60 Euro am Wahlabend - je nach Funktion. Um junge Menschen als Wahlhelfer zu gewinnen, wünscht sich Stadtsprecher Matthias Hasberg noch mehr Unterstützung von der Landeswahlleitung in Sachen digitaler Werbung. Zwar gebe es für die Kommunen Flyer oder Broschüren, aber es fehle an Grafiken oder Videos für die soziale Medien. "Da sind muss jede Kommune selbst tätig werden."

Der Garten ruft

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Dresden wirbt mit einer großangelegten Kampagne unter dem Motto "Ich bin Wahlhelfer! Und Du?". In einem Spot, der etwa auf Youtube gezeigt wird, berichtet Wahlhelfer Elias: "Die Arbeit im Team macht sehr viel Spaß", Angelika spricht über ihr Engagement für "gelebte Demokratie". Zudem hängen mehr als 150 großflächige Plakate in der gesamten Stadt, auf denen die Wahlhelfer werben. "Wir wollen die Botschaft vermitteln, dass demokratische Wahlen nicht nur eine Aufgabe der Kommune sind, sondern viele aktiv werden können und sollten", so Bürgermeister Detlef Sittel. Bisher haben sich in der sächsischen Landeshauptstadt 2500 Helfer angemeldet. Mehr als 1500 werden aber noch benötigt, so eine Sprecherin der Stadt. Gebraucht werden erfahrene Wahlvorsteher, Schriftführer und Beisitzer. Je nach Funktion wird dafür zwischen 35 und 65 Euro pro Wahltag gezahlt.

Als Wahlhelfer können sich alle betätigen, die mindestens 18 Jahre alt sind, die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Landes besitzen und seit mindestens drei Monaten in ihrer Kommune leben.

Bautzen hat seine knapp 300 benötigten Wahlhelfer schon gefunden. "Die wurden aus Verwaltungsmitarbeitern und Freiwilligen rekrutiert", so ein Stadtsprecher. Bewerbungen seien allerdings weiterhin willkommen, da es nur wenig Ersatz-Helfer gibt. Görlitz benötigt 750 Wahlhelfer und setzt dafür neben Mitarbeitern aus den Behörden auf Freiwillige.

"Es ist vor jeder Wahl eine Herausforderung, genügend Wahlhelfer zu finden", so der Sprecher von Zwickau. Online können Interessierte schauen, in welchen Wahllokalen noch Helfer fehlen und sich gleich anmelden. Für die Europa- und Kommunalwahlen sind in Zwickau 650 Wahlhelfer gefragt, rund 100 fehlen bisher noch.

In Chemnitz haben sich bereits mehr Ehrenamtliche registrieren lassen, als für die Europa- und Kommunalwahl Ende Mai eigentlich gebraucht werden. "Wir haben gern einen kleinen Puffer, wenn jemand durch Krankheit ausfällt", so eine Stadtsprecherin. Um die Wahl in gut 140 Wahlbezirken ordnungsgemäß abzuwickeln, sind rund 2000 Ehrenamtliche nötig, gemeldet haben sich mehr als 2100. Im Internet und im Amtsblatt haben die Verantwortlichen geworben, Unternehmen, Behörden, Parteien und Institutionen angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Auch Mitarbeiter der Stadt springen am Wahltag ein. Wahlvorsteher werden im Vorhinein geschult, Beisitzer erhalten am Wahltag eine Einweisung.

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai werden in allen zehn Landkreisen Sachsens neue Kreistage gewählt, in den kreisfreien Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz neue Stadträte. Hinzu kommen Hunderte Gemeiderats- und Ortschaftsratswahlen. Zudem wird das Europäische Parlament neu gewählt. (dpa)