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Kompromiss für Shopping-Sonntage gesucht

Die Grünen suchen eine Lösung im Streit ums Einkaufen in Dresden. Vier stadtweite offene Sonntage wird es aber nicht wieder geben.

© dpa

Nach dem Vorpreschen im Sommer und den teils heftigen Reaktionen versuchen die Grünen nun, die verkaufsoffenen Sonntage zu „retten“. Kurz nachdem klar war, dass Linke, Grüne und SPD eine Mehrheit im Stadtrat bilden können, hatten sie noch unisono erklärt, die stadtweiten Shopping-Sonntage abschaffen zu wollen. Für Freitag luden die Grünen nun Vertreter von Handel, Tourismus und der evangelischen Kirche zum Dialog ein.

Superintendent Albrecht Nollau stellte klar, dass die Kirche den Sonntag als Kulturgut und Zeit für die Familie schützen wolle. Handel und Tourismusbranche sehen die Gefahr, dass Touristen in andere Städte zum Einkaufen fahren, wenn die Läden sonntags geschlossen bleiben. „Stadtweite verkaufsoffene Sonntage bringen nur den großen Zentren und Läden im Zentrum was“, so Konrad Stransky vom Gewerbe- und Kulturverein der Dresdner Neustadt. Er brachte die Überlegung ins Spiel, an Adventssonntagen regionale verkaufsoffene Sonntage zuzulassen – beispielsweise für die Innenstadt. „In der Neustadt öffnet da kein Geschäft“, so Stransky.

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Elbe Park Manager Gordon Knabe hob darauf ab, dass die Händler mit solchen Einkaufssonntagen zur Belebung in der Stadt beitragen. „Ich will nicht an dem Sonntag Geld verdienen, aber wem es an dem Tag bei uns gefällt, der kommt wieder.“ Linke und SPD wollen alle geplanten Sonntage genau unter die Lupe nehmen. Nur wenn diese beispielsweise mit einem traditionellen Fest, wie der Bunten Republik Neustadt, verbunden sind, wollen sie zustimmen.

Wie eine Lösung aussieht, ist weiter ungewiss. Die Grünen wollen nun zunächst in ihrer Fraktion darüber diskutieren und sich dann mit Linken, SPD und Piraten beraten. „Wenn ein Kompromiss gefunden wird, kommen sicher nicht vier stadtweite Einkaufssonntage heraus“, prognostizierte Grünen-Stadtrat Michael Schmelich. „Dann möchten wir aber auch nicht von allen Seiten Feuer bekommen.“ (SZ/awe)