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Konsumieren gegen Asylfeinde

Das City-Management zieht eine erste Bilanz des neu gestarteten Ausgeh-Montags gegen Pegida. Die Ergebnisse überraschen.

© Screenshot SZ

Es soll die Antwort auf die starken Umsatzrückgänge wegen Pegida am Wochenanfang sein: die Aktion „Dresden geht aus“, die das City-Management mit Gewerbetreibenden im Zentrum organisiert hat. Am Montag hatten Händler, Kulturbetriebe und Gastronomie erstmals spezielle Angebote gemacht und Rabatte gewährt, um mehr Kunden in die Innenstadt zu locken. Laut City-Manager Jürgen Wolf fällt die erste Bilanz überraschend erfreulich und positiv aus. So kamen rund 300 Menschen zur Sonderausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ im Deutschen Hygiene-Museum, das die Schau am Abend kostenlos anbot.

Im Restaurant „Alte Meister“ am Theaterplatz war zumindest eine Handvoll mehr Menschen zu Gast als sonst am Montag. Auch die Altmarkt-Galerie war nach Wolfs Einschätzung deutlich voller. Das Einkaufscenter hatte seinen Kunden kostenlose Parkplätze in der Tiefgarage angeboten, wenn sie für mindestens 40 Euro einkaufen. Auch Pegida-Anhänger schienen die Sonderangebote genutzt zu haben. So verließen einige Anhänger den Demonstrationszug bereits vor der Abschlusskundgebung auf dem Neumarkt, um durch die Altmarkt-Galerie zu bummeln. Der Bekleidungshändler C & A an der Seestraße hatte Kunden, die einkaufen kommen, einen Gutschein für eine Wurstküche versprochen. Unzählige seien davon am Montagabend über den Tresen gewandert, so der City-Manager.

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In der Centrum-Galerie ging es verhaltener zu. Dort haben Kunden am nächsten Montag wieder die Chance auf den Gewinn eines 500-Euro-Gutscheins. Mit wechselnden Programmpunkten soll die Aktion „Dresden geht aus“ auch in den nächsten Wochen und Monaten weitergehen. Viele Gewerbetreibende, Händler, Hoteliers und Gastronomen beklagen seit über einem Jahr starke Umsatzrückgänge wegen der asylfeindlichen Pegida-Demonstrationen. Viele Kunden glauben offenbar, dass die Innenstadt am Abend abgeriegelt oder nicht erreichbar sei. Im Handel ist von rund 20 Prozent Umsatzrückgang die Rede, in der Gastronomie sind es bis zu 70 Prozent.

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Kommenden Montag kreiert beispielsweise das Restaurant William im Schauspielhaus ein besonderes Menü. Sternekoch Stefan Hermann will dabei die Lieblingsgerichte der Schauspieler kombinieren. In der Kreuzkirche gibt es eine Orgelführung, das historische Grüne Gewölbe öffnet zum halben Preis und Händler bieten Sonderangebote. (SZ/two)