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Hoyerswerda

Kontakte über Ländergrenzen hinweg

Die Lausitzer Werkstätten und eine Werkstatt für Beschäftigungstherapie in Polen wollen die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten.

Das ist ein Teil der polnischen Delegation mit ihrer Leiterin Beata Mytys (4.v.re.). Hinten sind Lothar Beloch (3.v.l.) und Roland Mickel (daneben) zu sehen.
Das ist ein Teil der polnischen Delegation mit ihrer Leiterin Beata Mytys (4.v.re.). Hinten sind Lothar Beloch (3.v.l.) und Roland Mickel (daneben) zu sehen. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Beim Sommerfest der Lausitzer Werkstätten gGmbH Hoyerswerda feierten die 400 betreuten Mitarbeiter gemeinsam mit etwa 15 polnischen Gästen der Warsztaty Terapii Zajęciowej (Werkstatt für Beschäftigungstherapie) aus Lubsko (Sommerfeld). Der Kontakt nach Lubsko war vor rund einem Jahr geknüpft worden, als Lothar Beloch über den Deutsch-Polnischen Freundschaftskreis von den Problemen der dortigen Schule für Körperbehinderte erfahren hat. Die Computer der Bildungseinrichtung waren veraltet, sodass die Schüler und die betreuten Mitarbeiter kaum die Nutzung des Internets kennenlernen konnten, erzählte Lothar Beloch.

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Er fand Sponsoren für zehn Computer. Das Problem wurde im August 2018 gelöst. Zum Dank erhielt der Hoyerswerdaer eine Einladung zum Sommerfest der Schule, bei dem auch Vertreter der Werkstatt für Beschäftigungstherapie anwesend waren. Diese hatten Interesse an einem Erfahrungsaustausch mit einer gleichgelagerten Einrichtung in Deutschland. „Also klopfte ich beim Werkstattleiter der Lausitzer Werkstätten Roland Mickel an die Tür und fand offene Ohren“, erzählte Lothar Beloch. Ihm sind freundschaftliche Kontakte zwischen Deutschen und Polen schon seit Jahrzehnten wichtig, weshalb er privat immer wieder Projekte zur Förderung der deutschen Sprache und Kultur initiiert.

Im Mai und jetzt zum Sommerfest weilten die polnische Werkstattleiterin Beata Mytys, ihre Kollegen und einige betreute Mitarbeiter in Hoyerswerda. „Bei uns machen 25 behinderte Erwachsene eine Therapie“, ließ sie über die Dolmetscherin Halina Rogoz mitteilen. Diese lernen die Arbeitsbereiche Floristik und Küche kennen, um ein Praktikum in einem Betrieb zu absolvieren. Ziel der Rehamaßnahme ist, die behinderten Menschen hinterher in die Gesellschaft zu integrieren, wo sie möglichst selbstständig leben sollen.

Werkstattleiter Roland Mickel und die Verwaltungsleiterin Marina Weigel hatten zwei Führungen organisiert, bei denen die polnischen Gäste den Hauptstandort und die Zweigstelle Nardt mit vielen Arbeits- und Fördermöglichkeiten kennenlernten. Elektromontage, Wäscherei, Holz-, Metallbearbeitung, begleitend Sport- und Malangebote: „Wir sind begeistert und sehr dankbar, das alles sehen zu können“, meinte Beata Mytys. Sie lud die deutschen Vertreter zum Sommerfest am 12. September nach Lubsko ein. Dort wollen sich die Hoyerswerdaer die Einrichtung ansehen und dann entscheiden, ob und wie eine konkrete Zusammenarbeit aussehen kann.

Ein Konzept sei dafür zu entwickeln, sagte Roland Mickel. Sinnvoll fände er, den Partnern zu erklären, wie eine Behindertenwerkstatt in Deutschland arbeitet. Vielleicht lässt sich die eine oder andere Idee in Polen umsetzen.

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