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Kontra: Sicher und autofrei zum Goldenen Reiter

Von Kay Haufe, SZ-Redakteurin

Drängeln, Schubsen, schiebende Radfahrer von hinten – so erlebe ich jeden Stop an der Ampel über die Große Meißner Straße. Und es ist stets eine relativ große Menschenmenge, die dort auf Grün wartet. Viele rennen zur Bahn an der mittig gelegenen Haltestelle. Von dort kommen weitere Fußgänger zum Strom der Überweg-Nutzer. Zudem macht die Überführung einen Bogen und ist aus meiner Sicht zu schmal. Bequem sieht anders aus. Für mich ist die oberirdische Variante keineswegs sicherer als der Tunnel.

Dort war stets ausreichend Platz für die Fußgänger in beide Richtungen, und es gab keine Wartezeiten. Zudem ist die Länge des Tunnels so gering, dass von beiden Seiten Tageslicht hineinfiel und Angstgefühle bei mir nie aufkamen. Ganz anders beim Tunnel am Pirnaischen Platz, der unübersichtlich und gefährlich war.

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Sage und schreibe 600 000 bis 1,3 Millionen Euro soll das Zuschütten des Tunnels kosten. Eine Summe, die ich lieber in seine Sanierung stecken würde. Die sollte so kostengünstig wie möglich erfolgen und im Hinblick auf weitere Hochwasser so, dass der Tunnel mit wenig Aufwand gereinigt werden kann. Häuslebauer im Überschwemmungsgebiet müssen dafür auch bezahlbare Lösungen finden.

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Die Wände des Tunnels sind prädestiniert für die temporäre Gestaltung mit Graffiti. Mitten in der Stadt werden sie besser wahrgenommen als am Stadtrand. Und damit könnten auch die Wildpinkler abgehalten werden. Die Idee hinter dem Tunnel war richtig: Autofrei von der Altstadt in die Neustadt flanieren. Das gilt auch heute noch und hat mit DDR-Nostalgie gar nichts zu tun. Sinnvolle Bauten sollten einfach Bestand haben.