merken

Konzept für Jugendarbeit muss her

Ronny Walter ist Vorsitzender bei Jugend aktiv Harthe. Er wünscht sich mehr Freizeitangebote für junge Leute.

© André Braun

Hartha. In den vergangenen Tagen war Ronny Walter viel beschäftigt. Als Vorstandsmitglied beim Limmritzer Faschingsclub war er praktisch im Dauereinsatz. Mit dem Verein Jugend aktiv Harthe, dessen Vorsitzender er ist, hat der 28-Jährige auch in diesem Jahr viel vor. Der DA sprach mit Ronny Walter über den Verein, aber auch über die Jugendarbeit in der Stadt.

Anzeige
Berufsbegleitend Pflege studieren

Studieren und weiter berufstätig sein? Bewerben Sie sich jetzt an der Evangelischen Hochschule Dresden!

Ronny Walter, was hat der Verein Jugend aktiv Harthe in diesem Jahr vor?

Das werden wir auf unserer Mitgliederversammlung im März beschließen. Die festen Termine wollen wir aber auf alle Fälle weiter verfolgen. Das beginnt mit dem Osterprojekt gemeinsam mit den Kindergärten, wobei der Stadtpark verschönert wird. Im Herbst haben wir bereits Frühjahrsblüher gepflanzt. Die Harthaer können sich also überraschen lassen, wie der Stadtpark attraktiver gestaltet wird. Bei diesem Projekt lassen wir uns immer etwas einfallen, was die Kinder machen sollen. Am ersten Maiwochenende ist der Frühjahrscrosslauf geplant, sofern das Wäldchen wieder von den Orkanschäden beräumt ist. Allerdings gibt es in dieser Hinsicht viel zu tun, deshalb werden wir auch nach einer Ersatzlösung suchen.

Wer ist bei der Organisation des Laufes federführend?

Im vergangenen Jahr ist die Jugendbrigade ins Leben gerufen worden. Die 7. Klasse der Oberschule hatte den Frühjahrscrosslauf organisiert. Daraus hat sich die Jugendbrigade gebildet, fünf, sechs Leute, die im Verein aktiv mitmachen. Diese jungen Leute übernehmen zusammen mit den Jugendlichen aus der diesjährigen 7. Klasse die Organisation des Laufes. Die älteren Vereinsmitglieder treten als Paten auf und unterstützen zum Beispiel beim Verkauf. Weiter geht es mit dem Kinderfest im Juli sowie der Lounge Night am Abend dieses Tages. Welche Stationen angeboten werden, und wie der Showact abends aussehen wird, sollen die Mitglieder mitentscheiden. Der Verein hat zudem in seinen Statuten stehen, dass auch andere Vereine unterstützt werden. Zur Mitgliederversammlung wird abgestimmt, wo in diesem Jahr das Geld hingehen soll. Dabei sollen gezielt Projekte unterstützt werden.

Gibt es wieder einen Salsa-Kurs?

Ja, der startet am 25. Februar über zehn Wochen. Wir sind froh, dass wir die Trainer für uns gewinnen konnten. Neu ist das Salsa-Schnuppertraining seit Januar jeden Donnerstag in der Hartharena. Auch die Outdoorfitness läuft weiter. Derzeit jeden Mittwoch ab 18.30 Uhr im Stadion Wiesenstraße, ab Mai im Stadtwäldchen. Beim Jugendstadtrat kam der Wunsch nach einer Kinoveranstaltung auf. Vielleicht wäre das auch mal eine Möglichkeit, aber das müssen die Mitglieder mittragen.

Wie viele Mitglieder hat Jugend aktiv Harthe?

Der Verein hat mit der Jugendbrigade über 80 Mitglieder. Von sieben, die 2010 gestartet sind, auf 80, das macht uns schon ein wenig stolz. Wir arbeiten eng mit anderen Vereinen zusammen. Zum Beispiel mit dem Heimat- beziehungsweise Verschönerungsverein. Am 24. März sind wir wieder beim Frühjahrsputz in Hartha dabei und säubern die Spielplätze. Besonders freue ich mich, dass wir für den Spielplatz an der Karl-Marx-Straße eine Spielplatzpatin gefunden haben, die jede Woche vorbeischaut, und sich um die Sauberhaltung kümmert.

Der Verein ist acht Jahre alt. Wie beurteilen Sie seine Entwicklung?

Die ist rasant. Vieles läuft im Hintergrund, was nicht jeder so sieht. Wir sind eine gut gewachsene Gemeinschaft, die sich in Hartha Anerkennung erworben hat. Unsere Angebote werden angenommen. Zum Beispiel waren beim letzten Salsa-Kurs 16 Paare dabei, jetzt liegen Anmeldungen von zehn Paaren vor. Beim Outdoorfitness finden sich jede Woche acht bis zwölf Leute zusammen.

Was wünschen Sie sich für die Jugendarbeit in Hartha? Brauchen die Jugendlichen einen festen Ort, wo sie sich treffen können?

Klar, das ist wichtig und notwendig. Aber ich kann auch die Stadt verstehen, denn man kann nichts aus dem Hut zaubern, oder einen Jugendclub mitten in der Innenstadt einrichten. Die Stadt hat nun mal nicht so viele Immobilien außerhalb, die dafür geeignet wären. Und ein Neubau ist einfach nicht drin. Dass die Bronx abgerissen wurde, ist schade, aber aus politischer und finanzieller Sicht nachvollziehbar. Dort erweitern sich Firmen und entstehen eventuell neue Arbeitsplätze, das ist ein großes Plus für die Stadt.

Was hat Hartha an Angeboten für die Jugendlichen?

Überwiegend über die Vereine. Ansonsten fehlt es einfach. Wir haben kein Kino, kein Bad. Nicht mal eine Kneipe, wo man vielleicht mal einen Cocktail trinken kann. Das kann die Stadt aber nur ein Stück weit beeinflussen. Sie kann zwar Werbung machen, aber die Gewerbetreibenden nicht verpflichten, noch einen Laden zu eröffnen. Besserung ist in Sicht, wenn der Hort aus dem Sunshine ausgezogen ist. Das Gebäude wäre optimal für die Jugend. Bis ins vergangene Jahr gab es ja eigentlich eine geführte Jugendarbeit. Es gab Musikveranstaltungen, mal einen Disco- oder Cocktailabend. Aber die Resonanz war gering. Es muss dann ordentlich kommuniziert werden. Wichtig ist, dass die Stadt und die Stadträte ein Konzept entwickeln. Zum Beispiel könnten die Veranstaltungen in dem Jugendclub in der Schule beworben werden. Mit der Kindervereinigung muss geredet werden, damit das Angebot auf Hartha abgestimmt wird. Vielleicht auch in Absprache mit unserem Verein.

Es fragte: Frank Korn