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Weißwasser

Kooperation bei der Trinkwasserversorgung

Damit auch künftig immer ausreichend Trinkwasser fließt, planen die Wasserwerke in Boxberg und Schwarze Pumpe eine Kooperation.

© Symbolfoto: www.pixabay.com

Von Sabine Larbig

Weißwasser. Die Sicherung einer stabilen Trinkwasserversorgung der Region ab 2022 beschäftigt Experten, Verantwortliche und Bürger seit Jahren. Bislang wird die Region mit gereinigtem Grubenwasser versorgt. Die Sulfatbelastung steigt aber in den kommenden Jahren an, sodass eine Aufbereitung für Tagebaubetreiber Leag unwirtschaftlich wird. Inzwischen ist klar: Wasser kommt künftig aus dem Bärwalder See. Wie die damit verbundene Neustrukturierung der Trinkwasserversorgung finanziert wird – dazu laufen jedoch noch Verhandlungen.

Nur keine Socken

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„Es wurden kürzlich Gespräche mit der LMBV hinsichtlich einer Beteiligung an der Finanzierung geführt. Die Zeichen stehen gut. Parallel wurde mit der Staatsregierung über Bereitstellung von Geldern aus dem Sonderpogramm für den Strukturwandel in der Lausitz gesprochen, da die Sicherung der Trinkwasserversorgung damit zusammenhängt“, informierte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch jüngst in der Stadtratssitzung in Weißwasser. Ziel der Finanzierungsgespräche sei es weiterhin, dass der Wasserpreis durch die Umstrukturierung nicht mehr als 5 Cent pro Kubikmeter steige. „Wir hoffen daher auf Fördermittel und möglichst eine Null-Runde für die Bürger.“

Dass Weißwasser und andere Kommunen künftig ihr Trinkwasser aus dem Bärwalder See erhalten, liegt an der Wasserqualität. „Die ist hervorragend, hat fast Trinkwasserqualität“, schätzte Petra Brünner, Geschäftsführerin des Wasserzweckverbandes „Mittlere Neiße-Schöps“ (WZV), schon vor Wochen bei einer Projektpräsentation ein. Wie sie dabei erläuterte, entfalle dadurch die aufwendige Enteisung und Entmanganisierung in der Aufbereitung. In der Folge müsse das alte Wasserwerk Boxberg nicht umgebaut werden, sondern könne durch ein rund 6,5 Mio. Euro teures neues Werk ersetzt werden. Über eine im Vorjahr in Betrieb gegangene Leitung kann das Wasser dort eingespeist werden und von Boxberg nach Weißwasser gelangen.

Ein weiterer Vorteil des Bärwalder Sees ist, dass sein Wasser ausreicht, um den Altkreis Weißwasser und die Bautzener Gemeinde Spreetal selbst in Spitzenzeiten problemlos versorgen zu können. Dies liege am Abstrom im See, so Petra Brünner. „Durch ihn fließen jährlich rund zehn Millionen Kubikmeter Wasser aus dem See ab. Für die stabile Versorgung der Bevölkerung der Region benötigen wir jährlich 1,5 Mio. Kubikmeter. Die haben wir, indem wir den Abstrom einfach anzapfen.“ Um sich auch gegen Havarien oder technische Ausfälle zu schützen, wollen regionale Wasserzweckverbände künftig kooperieren. Ziel ist es, jederzeit die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. „So wird es möglich, dass bei einem Ausfall des Wasserwerks Boxberg das Werk in Schwarze Pumpe einspringt und umgekehrt“, erläuterte Weißwassers Oberbürgermeister im Stadtrat und zeigte sich optimistisch, dass alle Beteiligten die Vereinbarung unterzeichnen. Danach, so Pötzsch weiter, erfolge die gemeinsame Aushandlung technischer Lösungen und die Beauftragung von Ingenieur- und Planungsbüros, um das Vorhaben praktisch umsetzen zu können.

Indes sorgt die Umstrukturierung der Wasserversorgung in Schleife für Veränderungen. Hier kommt Trinkwasser aktuell aus Schwarze Pumpe, künftig vom Bärwalder See. Dadurch ändert sich im Ort die Fließrichtung in der Hauptwasserleitung. Aus Sicherheitsgründen soll die Leitung nach Pumpe daher nicht stillgelegt, sondern nur kleiner dimensioniert werden.