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Kosaken und Bergsteiger begeistern

Mehr als 500 Besucher lauschten dem Gemeinschaftskonzert zweier Chöre in Lohmens Kirche. Zum Finale hielt es keinen mehr auf den Sitzen.

© Dirk Zschiedrich

Von Hermann Barth

Lohmen. Was verbindet Kosaken und Bergsteiger? Die Liebe zur Heimat und die Freude am gemeinsamen Gesang. Das waren mindestens zwei der Gründe, die den Ural-Kosaken-Chor Andrej Scholuch und den Bergsteigerchor Sebnitz zu einem gemeinsamen Konzert in der Lohmener Kirche zusammenführten. Der Ural-Kosaken-Chor lädt sich gern Partnerchöre in den Regionen ein, in denen er auf seiner Jahrestournee Station macht. Die Sebnitzer Bergsteiger nahmen dieses Angebot begeistert an, passte es doch wunderbar in die Reihe der Konzerte, die sie selbst im Jahr ihres 90-jährigen Bestehens auf dem Plan haben.

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Mit viel Aufwand wurde die Organisation vor Ort übernommen. Lohn war eine mit mehr als 500 erwartungsvollen Besuchern gut gefüllte, frisch renovierte Lohmener Kirche. Nicht immer können die beiden Chöre vor so zahlreichem Publikum auftreten.

Der Ural-Kosaken-Chor wurde 1924 in Paris gegründet und fasste damals die Sehnsüchte der nach der Oktoberrevolution aus der Sowjetunion vertriebenen Kosaken in musikalischer Weise zusammen. Sein diesjähriges Programm ist dem zehnten Todestag seines langjährigen Mitgliedes Ivan Rebroff gewidmet. Rebroff hieß mit bürgerlichem Namen Hans Rolf Rippert und wurde 1931 in Berlin geboren. Der Sänger, der nach eigenen Angaben russische Vorfahren hatte, machte sich wegen seines großen Stimmumfangs von mehr als vier Oktaven schnell einen Namen in Operette und Musical. Seine Paraderolle, mit der er immer wieder identifiziert wurde, war der Tevje im Musical „Anatevka“.

Das Konzert in Lohmen begann der Bergsteigerchor Sebnitz mit „Früh, wenn die ersten Hähne kräh’n“, „Bergsingen“ und der „Gipfelrast“. Die stimmlich ausgefeilte Darbietung dokumentierte den Stand der gesanglichen Entwicklung. Vor allem in den letzten acht Jahren unter Chorleiter Markus Häntzschel wurde diese neue Qualität erreicht. Dann begeisterten die Ural-Kosaken professionell mit traditionellen Liedern der russisch-orthodoxen Liturgie und alten russischen Volks- und Zigeunerweisen. Bewundernswert die große Spannbreite im Stimmumfang der Sänger. Abwechselnd beeindruckten sie mal stimmgewaltig, dann wieder mit sanften und leisen Tönen das Publikum. Nach der Pause eröffnete wieder der Bergsteigerchor Sebnitz. Im zweiten Teil des Konzertes präsentierten die Bergsteiger „La Montanara“, mit der Handschrift des leider im Sommer scheidenden Chorleiters dargeboten. „Gesänge aus Ost und West“ war der zweite Teil der Kosaken überschrieben. Es erklangen jetzt auch Lieder Rebroffs in der Lohmener Kirche, etwa „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ aus „Der Zarewitsch“. Aber auch klassische Weisen wie „Wolgaschlepper“ oder ein Balalaika/Banjo-Solo. Immer wieder wurden die Zuhörer zum Mitklatschen animiert. Mit der Ural-Kosaken-Hymne wollte sich der Kosaken-Chor verabschieden, aber es stand noch der emotionale Höhepunkt des Abends bevor – der gemeinsame Auftritt beider Chöre.

Das geistliche Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ des ukrainischen Komponisten Dmitri Bortnjanskij, wechselnd in Deutsch vom Bergsteigerchor und Russisch von den Kosaken gesungen, sorgte für Gänsehaut bei den Zuhörern. Mit dem gemeinsam vorgetragenen Lied „Eintönig klingt das Glöckchen“ sollte das Konzert enden. Aber der dankbare Applaus animierte zu Zugaben. Bei „Kalinka“ blieb dann keiner mehr sitzen und einige sangen sogar mit.

Der Autor ist im Vorstand des Bergsteigerchors Sebnitz.