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Freital

Kosmisches Feuerwerk am Himmel

Jedes Jahr im August sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Doch dieses Mal gibt es ein kleines Hindernis.

Ein heller Perseidenmeteor am 6. August 2019 in der Nähe des Sternbildes Leier. Der helle Stern unterhalb ist die Wega, der Hauptstern des Sternbildes. Typisch für die Perseiden ist das grüne Leuchten der Bahn.
Ein heller Perseidenmeteor am 6. August 2019 in der Nähe des Sternbildes Leier. Der helle Stern unterhalb ist die Wega, der Hauptstern des Sternbildes. Typisch für die Perseiden ist das grüne Leuchten der Bahn. © Heiko Ulbricht

Der August ist für viele Menschen der bekannteste Sternschnuppenmonat. In seinen milden Sommernächten können besonders viele davon bestaunt werden. Wie blitzschnelle Lichtpfeile ziehen die Sternschnuppen, in Fachkreisen Meteore genannt, über den Himmel zwischen den Sternen hindurch.

 Das Wort Meteor kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Lufterscheinung“. Ursache der sehr zahlreich auftretenden Sternschnuppen im August ist ein Meteorstrom, den die Erde jedes Jahr um diese Zeit während ihres Laufs um die Sonne kreuzt. Dieser Strom wird als „Perseiden“ bezeichnet. Er ist benannt nach dem Sternbild des Perseus, aus dem die Meteore zu kommen scheinen.

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Zu sehen sind sie aber verteilt über den ganzen Himmel. Meteore in der Nähe des Perseus sind oft deutlich kürzer als weiter entfernte. Verlängert man die Bahnen der Meteore sozusagen „nach hinten“ (entgegen ihrer Flugrichtung), so scheinen sie sich alle in einem Punkte zu treffen, der als „Radiant“ bezeichnet wird. Die Entstehung des Radianten ist sehr einfach mithilfe eines Gedankenexperimentes zu erklären, indem man sich vorstellt, man stünde bei Schneesturm auf einer Aussichtsplattform mit dem Gesicht zum Wind. Durch die Perspektive entsteht nun der Eindruck, die Schneeflocken kommen scheinbar alle von einem Punkte her und fliegen links, rechts, oben und unten am Beobachter vorbei. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn die Erde auf einen Meteorstrom trifft.

Der Perseidenstrom ist einer der bekanntesten und schönsten seiner Art, weil er einer der ergiebigsten ist. In der Astronomie nutzt man als Index für die Ergiebigkeit eines Stromes den Begriff „Rate“, der angibt, wie viel Meteore pro Stunde etwa zu beobachten sind. Bei den Perseiden liegt die Rate mit 70 Meteoren pro Stunde, wovon die meisten sehr hell sind, relativ hoch. Sehr helle Sternschnuppen nennt man Feuerkugeln, die unter Umständen sogar Schatten werfen und am Ende ihres Aufleuchtens explodieren können. Die Perseiden sind ziemlich schnelle Objekte, die mit 60 km/s (3.600 km/h) in die Erdatmosphäre eintreten. Beim Eintritt eines solchen Teilchens erhitzt sich durch Reibung die Luft in einer Höhe zwischen 90 und 110 km längs der Bahn derart, dass sie zu glühen anfängt. Die entstehende Leuchterscheinung nennt man – wie bereits erwähnt – Meteor oder „Sternschnuppe“. Den Körper selbst, der sie hervorruft, bezeichnet man als Meteorit.

Das Maximum der Perseiden wird dieses Jahr in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet. Die meisten Meteore sind nach Mitternacht am 13. August zu sehen, denn dann drehen wir uns mit der Erde sozusagen in Flugrichtung auf die „Vorderseite“. Leider gibt es dieses Jahr ein kleines Hindernis, um die Sternschnuppen in voller Pracht genießen zu können. Abgesehen davon, dass auch das Wetter mitspielen muss, darf auch der Mond mit seinem hellen Lichte nicht stören. Aber er tut es: In der Maximumsnacht geht der fast volle Mond gegen 19 Uhr auf, erreicht seine höchste Position über dem Horizont 23.11 Uhr und geht 3.24 Uhr unter. Somit werden nur die etwas helleren Meteore sichtbar sein.

Allerdings kann man auch versuchen, mit einer feststehenden Kamera auf einem Stativ die helleren Meteore im Mondlicht und eines hübschen Vordergrundes zu fotografieren, wobei sich ein Weitwinkelobjektiv am besten eignet. Dazu wählt man eine Region nicht weit vom Radianten aus und belichtet etwa 10s bis 15s im Serienbildmodus so lange, bis ein Meteor das Bildfeld kreuzt. So entstand bereits das Foto eines Perseiden am 6. August über Freital in der Nähe des Sternbildes Leier. Die Sternschnuppen sind nämlich schon vor dem Maximum aktiv, wenn auch noch nicht so zahlreich und noch etwa zwei Wochen nach dem Maximum zu sehen, allerdings mit stetig abnehmender Rate.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass es sich bei Meteorströmen wie dem der Perseiden um Auflösungsprodukte ehemaliger Kometen handelt. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Art war 1997 der Komet Hale-Bopp. Bei den Perseiden ist es der Komet Swift-Tuttle, dessen Überreste wir jedes Jahr um den 12. August herum als wunderschönes kosmisches Feuerwerk beobachten können. (Heiko Ulbricht)