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Kostenlos ins Internet auf der Touristenmeile

Schon seit Dezember gibt es zwischen Obermarkt und Altstadtbrücke freies WLAN in Görlitz. Das teilte die Stadt erst jetzt mit.

© Jens Trenkler

Von Daniela Pfeiffer

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Görlitz. Es war einmal mehr eine der emotionsgeladenen Debatten im Stadtrat, als es am Donnerstag um die Einrichtung von WLAN in Görlitz ging. Die Linke hatte einen entsprechenden Antrag eingebracht – eine neue EU-Fördermöglichkeit aufgreifend, nach der Städte für 15 000 Euro WLAN-Hotspots einrichten können. Die Finanzierung entspricht einer 100-prozentigen Förderung. Was perfekt klang, hat einen Haken, wie sich in der Sitzung herausstellen sollte: Der städtische Haushalt wäre bei diesem Projekt eben doch nicht komplett frei von Belastungen, denn im Kleingedruckten steht, dass der Unterhalt der WLAN-Punkte nicht gefördert wird.

Ohne bereits genau zu wissen, wo die Punkte in der Stadt eingerichtet werden könnten und wie viele es sein würden, gehe man von Kosten von etwa 15 000 Euro pro Jahr aus, sagte Oberbürgermeister Siegfried Deinege. Fast beiläufig überraschte er mit der Information, dass die Stadt im touristischen Kern bereits seit Ende vergangenen Jahres freies WLAN im Testlauf anbietet. Bislang hatte die Stadt Ende September vergangenen Jahres auf SZ-Nachfrage nur mitgeteilt, dass sie freies WLAN in Görlitz einrichte und das Projekt auch noch 2017 abschließen wolle. Dass die Stadt einen solchen kostenlosen, mobilen Zugang zum Internet dann tatsächlich auch umgesetzt hatte, blieb bislang ihr Geheimnis.

Deinege zufolge werde das Angebot auch sehr gut angenommen. Verfügbar ist es am Obermarkt und an den Infoterminals Brüderstraße und Altstadtbrücke. Zusätzlich wurde ein Accesspoint im Sitzungssaal des Rathauses installiert. Das freie WLAN nennt sich „freeWiFi-Hotspot“ und wird durch einen Internet Provider, der Görlitzer NetCommunity GmbH, betrieben. Für die Umsetzung wird ein Teil der notwendigen Netzinfrastruktur durch die Stadtverwaltung selbst zur Verfügung gestellt, teilte Sylvia Otto von der Stadtverwaltung auf SZ-Nachfrage außerdem mit. Mittlerweile sei auch der Untermarkt (rechte Seite Richtung Neißstraße) mit dem freien WLAN versorgt. Anmelden können Nutzer sich über die städtische Internetseite.

Andere WLAN-Punkte in der Stadt befinden sich vor dem Senckenberg-Museum für Naturkunde auf dem Marienplatz, auf der Berliner Straße vor dem Thalia-Geschäft und auf dem Postplatz vor dem „Presse & Buch-Zentrum“. Das war auch einer der Gründe für den verstärkten Aufenthalt von Flüchtlingen auf diesen Plätzen: Sie konnten so einfacher in die Heimat telefonieren.

Der Hinweis der Linken darauf, dass eine Touristenstadt wie Görlitz selbstverständlich WLAN anbieten sollte, hat sich damit ein Stück weit erledigt. Aber nur ein Stück weit. Denn nicht nur für Görlitz-Besucher solle sich die Aufenthaltsqualität verbessern, sondern auch die Lebensqualität für Görlitzer oder Studenten.

Weil Eile geboten ist – die Antragsfrist beginnt in diesen Tagen – einigten sich die Räte auf einen Kompromiss: Sie stimmten unter der Bedingung zu, dass die Verwaltung einen Antrag prüfen möge, wozu in erster Linie eine komplette Kostenaufstellung nötig sei. Erfolgt das so, könnte der Beschluss im nächsten Verwaltungsausschuss gefasst werden. (mit szo/sb)